Aricept (Donepezil)
Aricept ist der ursprüngliche Markenname für Donepezil, einen von Eisai entwickelten und lange gemeinsam mit Pfizer vermarkteten Acetylcholinesterase-Hemmer. Eingesetzt bei Alzheimer-Demenz; in den USA auch im schweren Stadium. Filmtabletten und Schmelztabletten zu 5 mg, 10 mg und 23 mg.
- Wirkstoffe
- Donepezil
- Hersteller
- Eisai
- Darreichungsformen
- tablet , orally disintegrating tablet
- Kategorie
- Neurologische Arzneimittel
What is it?
Aricept ist der ursprüngliche Markenname für Donepezil, einen oralen Acetylcholinesterase-Hemmer, der von Eisai in Japan entdeckt und 1996 von der FDA für die Demenz vom Alzheimer-Typ zugelassen wurde. In den USA wurde er viele Jahre gemeinsam von Eisai und Pfizer vermarktet und ist bis heute der weltweit am häufigsten verordnete Cholinesterase-Hemmer. In Deutschland ist Aricept seit 1997 zugelassen und wird von Eisai vertrieben; Generika sind seit 2010 verfügbar. Das Arzneimittel hält die Erkrankung nicht auf, kann aber Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Alltagsfunktionen vorübergehend stützen. Die S3-Leitlinie Demenzen empfiehlt Donepezil bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz.
Wirkstoffe
Jede Aricept-Tablette enthält Donepezilhydrochlorid als Wirkstoff, in Deutschland in den Stärken 5 mg und 10 mg; die 23-mg-Tablette ist nur in den USA zugelassen. Die Schmelztablette (Aricept Evess) gibt es zu 5 mg und 10 mg. Donepezil ist ein reversibler Hemmer der Acetylcholinesterase mit Piperidin-Grundgerüst, also des Enzyms, das Acetylcholin im Gehirn abbaut. Es wirkt hochselektiv auf das zentrale Enzym und kaum auf die periphere Butyrylcholinesterase, was zur besseren Verträglichkeit gegenüber älteren Substanzen wie Tacrin beiträgt. Das Hydrochlorid ist wasserlöslich, wird nahezu vollständig resorbiert und ist nahrungsunabhängig.
Forms and dosages
Aricept ist als Filmtabletten zu 5 mg (weiß) und 10 mg (gelb) sowie als Schmelztabletten zu 5 mg und 10 mg für Patienten mit Schluckbeschwerden erhältlich; die 23-mg-Tablette wird nur in den USA vertrieben. Die Behandlung beginnt mit 5 mg einmal täglich, üblicherweise abends vor dem Schlafengehen, und kann nach frühestens 4 bis 6 Wochen auf 10 mg erhöht werden, sobald die anfänglichen Nebenwirkungen abgeklungen sind. Laut Fachinformation sind 10 mg täglich die in der EU zugelassene Höchstdosis. Bei Schlaflosigkeit oder lebhaften Träumen kann die Einnahme nach Rücksprache mit dem Arzt auf den Morgen verlegt werden.
Anwendungsgebiete
Aricept ist in der Europäischen Union zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Alzheimer-Demenz zugelassen; in den USA umfasst die Zulassung auch das schwere Stadium, und Japan hat Donepezil zusätzlich für die Demenz mit Lewy-Körperchen zugelassen. Off-Label wird es gelegentlich bei vaskulärer oder gemischter Demenz eingesetzt, mit schwächerer Evidenz. Laut Fachinformation sollte die Diagnose vor Therapiebeginn von einem in der Demenzbehandlung erfahrenen Arzt gesichert werden, mit Überprüfung des Nutzens alle 6 bis 12 Monate und Beachtung der kardialen Vorgeschichte wegen des Risikos von Bradykardie und Synkopen. In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.
Wirkmechanismus
Die Alzheimer-Krankheit zerstört cholinerge Neurone im basalen Vorderhirn und verringert das Acetylcholin, das den Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsschaltkreisen zur Verfügung steht. Donepezil blockiert reversibel die Acetylcholinesterase, verlangsamt den Abbau von Acetylcholin im synaptischen Spalt und verlängert dessen Wirkung an den verbliebenen Rezeptoren. Der Effekt ist symptomatisch: Die Amyloid- und Tau-Pathologie bleibt unverändert, und die Kognition kehrt nach dem Absetzen innerhalb weniger Wochen auf den unbehandelten Verlauf zurück. Die Eliminationshalbwertszeit von etwa 70 Stunden erlaubt die einmal tägliche Gabe, bedeutet aber auch, dass der Steady State erst nach 2 bis 3 Wochen erreicht wird; deshalb liegen zwischen Dosiserhöhungen mindestens 4 Wochen. Der Abbau erfolgt über CYP2D6 und CYP3A4.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis Aricept wirkt? ▾
Aricept ist kein schnell wirkendes Medikament. Moderate Verbesserungen von Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Alltagsfunktionen zeigen sich, wenn überhaupt, meist in den ersten 6 bis 12 Wochen unter stabiler Dosis; bei vielen Patienten besteht der Nutzen in einem langsameren Abbau und nicht in einer sichtbaren Besserung. Wegen der Halbwertszeit von rund 70 Stunden braucht jede Dosisstufe 2 bis 3 Wochen bis zum Steady State. Laut Fachinformation wird das Ansprechen am besten nach etwa 3 Monaten unter 10 mg beurteilt, idealerweise mit einem standardisierten Kognitionstest, und der behandelnde Arzt entscheidet dann über die Fortführung.
Was sind die häufigsten Nebenwirkungen von Aricept? ▾
Die häufigsten Nebenwirkungen sind cholinerg und dosisabhängig: Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Muskelkrämpfe, Müdigkeit sowie Schlaflosigkeit oder lebhafte Träume. Die meisten klingen innerhalb von 2 bis 3 Wochen nach Beginn oder Dosiserhöhung ab, weshalb der Schritt von 5 mg auf 10 mg mindestens 4 Wochen abwartet. Laut Fachinformation sollten unerklärter Gewichtsverlust, Ohnmachtsanfälle oder ein sehr langsamer Puls dem Arzt umgehend gemeldet werden.
Darf Aricept bei einer Herzerkrankung eingenommen werden? ▾
Mit Vorsicht. Cholinesterase-Hemmer verlangsamen den Herzschlag über einen vagalen Effekt, und Donepezil wurde mit Bradykardie, AV-Block und Synkopen in Verbindung gebracht, insbesondere bei Sinusknotensyndrom, bestehenden Reizleitungsstörungen oder gleichzeitiger Betablocker-Einnahme. Laut Fachinformation rechtfertigt ein Sturz oder eine Ohnmacht unter Aricept eine kardiologische Abklärung; manche Ärzte veranlassen vor Beginn ein EKG. Auch Patienten mit Asthma, COPD, Magengeschwüren, Epilepsie oder Harnabflussstörungen sollten ärztlich beurteilt werden, da Donepezil jede dieser Erkrankungen verschlechtern kann.
Was passiert, wenn Aricept abgesetzt oder vergessen wird? ▾
Donepezil verursacht kein klassisches Absetzsyndrom, doch der symptomatische Nutzen verliert sich innerhalb weniger Wochen und die Kognition fällt auf das ohne Behandlung erwartete Niveau zurück; dieser Verlust wird beim Wiederbeginn in der Regel nicht aufgeholt. Eine vergessene Dosis wird einfach ausgelassen und am nächsten Tag nicht verdoppelt. Laut Fachinformation sollte nach einer Unterbrechung von mehr als einigen Tagen wieder mit 5 mg begonnen und erneut aufdosiert werden, weil die Toleranz gegenüber den Magen-Darm-Effekten verloren geht. Ein Absetzen sollte stets mit dem verordnenden Arzt besprochen werden.
Ist generisches Donepezil dasselbe wie Aricept? ▾
Ja. Generische Donepezil-Filmtabletten und Schmelztabletten sind seit 2010 als bioäquivalent zu Aricept zugelassen und enthalten denselben Wirkstoff in denselben Stärken. Unterschiede betreffen Hilfsstoffe, Farbe und Form, was vor allem bei Patienten mit bestimmten Unverträglichkeiten eine Rolle spielt. In Deutschland geben Apotheken aufgrund von Rabattverträgen in der Regel ein Generikum ab, sofern der Arzt das Aut-idem-Kreuz nicht gesetzt hat; ändert sich das Aussehen der Tabletten, kann die Apotheke bestätigen, dass die Dosis gleich geblieben ist.
Kann Aricept mit Memantin kombiniert werden? ▾
Ja. Memantin, ein NMDA-Rezeptor-Antagonist, wirkt über einen anderen Mechanismus und wird bei mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz häufig zu Donepezil hinzugefügt. Die Kombination verstärkt die cholinergen Nebenwirkungen nicht, da Memantin keinen direkten Einfluss auf Acetylcholin hat. Laut klinischen Leitlinien entscheidet der behandelnde Arzt anhand von Krankheitsstadium und Verträglichkeit über die Zugabe von Memantin; von keinem der beiden Wirkstoffe ist eine Umkehr der Grunderkrankung zu erwarten.
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Quellen
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