Lyrica (Pregabalin) Kapseln bei neuropathischen Schmerzen
Lyrica ist ein verschreibungspflichtiges orales Gabapentinoid mit dem Wirkstoff Pregabalin. Es wird bei Erwachsenen bei neuropathischen Schmerzen, generalisierter Angststörung, Fibromyalgie (in einigen Ländern) und als Zusatztherapie bei fokalen Anfällen eingesetzt; die Pharmakokinetik ist linear.
- Wirkstoffe
- Pregabalin
- Hersteller
- Pfizer
- Darreichungsformen
- capsule, oral solution, extended-release tablet
- Verfügbare Dosierungen
- 25mg, 50mg, 75mg, 100mg, 150mg, 200mg, 225mg, 300mg
- Kategorie
- Schmerzmedikamente
What is it?
Lyrica ist die Originalmarke von Pregabalin, das seit der Zulassung 2004 von Pfizer vertrieben wird. Es ist als Hartkapseln, orale Lösung und Retardtabletten in einem breiten Stärkenspektrum erhältlich. Lyrica wird ausschließlich verschreibungspflichtig abgegeben und ist in einigen Rechtsräumen aufgrund des Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzials als kontrollierte Substanz eingestuft. Weltweit sind zahlreiche zugelassene Pregabalin-Generika verfügbar.
Wirkstoffe
Jede Kapsel enthält Pregabalin als einzigen Wirkstoff in Stärken von 25 mg bis 300 mg. Pregabalin ist ein strukturelles Analogon der Gamma-Aminobuttersäure (GABA), bindet aber nicht an GABA-Rezeptoren. Es bindet an die Alpha-2-Delta-Untereinheit spannungsabhängiger Calciumkanäle.
Forms and dosages
Lyrica wird zwei- oder dreimal täglich oral mit oder ohne Nahrung eingenommen. Laut Fachinformation beträgt die übliche Anfangsdosis bei Erwachsenen 75 mg zweimal täglich, mit Titration anhand von Wirksamkeit und Verträglichkeit bis zu einer maximalen Tagesdosis von 600 mg in geteilten Dosen. Bei Niereninsuffizienz ist eine deutliche Dosisreduktion entsprechend der Kreatinin-Clearance erforderlich. Die Behandlung sollte vor dem Absetzen schrittweise ausgeschlichen werden.
Anwendungsgebiete
Lyrica ist bei Erwachsenen zugelassen zur Behandlung neuropathischer Schmerzen bei diabetischer peripherer Neuropathie, postherpetischer Neuralgie, Rückenmarkverletzungen und anderen Formen zentraler neuropathischer Schmerzen (in einigen Ländern), zur Behandlung der generalisierten Angststörung, der Fibromyalgie (in den USA und einigen weiteren Ländern) sowie als Zusatztherapie bei fokalen Anfällen. Laut internationalen Leitlinien ist Pregabalin eine der empfohlenen First-Line-Substanzen bei neuropathischen Schmerzen.
Wirkmechanismus
Pregabalin bindet an die Alpha-2-Delta-Untereinheit spannungsabhängiger Calciumkanäle im Zentralnervensystem, wodurch der präsynaptische Calciumeinstrom und die Freisetzung exzitatorischer Neurotransmitter wie Glutamat, Noradrenalin und Substanz P reduziert werden. Die Folge sind antikonvulsive, anxiolytische und analgetische Effekte, insbesondere in den Schmerzbahnen neuropathischer Schmerzen.
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheidet sich Lyrica von Gabapentin? ▾
Beide binden an die Alpha-2-Delta-Untereinheit der Calciumkanäle und werden bei ähnlichen Indikationen eingesetzt. Pregabalin weist jedoch eine lineare Pharmakokinetik und eine höhere Bioverfügbarkeit als Gabapentin auf, dessen Absorption bei höheren Dosen sättigbar ist. Dadurch erreicht Lyrica wirksame Plasmaspiegel zuverlässiger und mit niedrigeren Dosen, wenngleich die klinische Wirksamkeit bei neuropathischen Schmerzen unter ausreichender Dosierung weitgehend vergleichbar ist. Laut internationalen Leitlinien trifft der Arzt die Auswahl.
Macht Lyrica abhängig? ▾
Pregabalin wurde mit Toleranzentwicklung, körperlicher Abhängigkeit und Missbrauch in Verbindung gebracht, insbesondere bei Patienten mit vorbestehender Suchterkrankung. In einigen Rechtsräumen ist es als kontrollierte Substanz eingestuft. Entzugssymptome nach abruptem Absetzen können Angst, Schlaflosigkeit, Schwitzen und gastrointestinale Beschwerden umfassen. Laut Fachinformation soll Lyrica schrittweise ausgeschlichen werden, vor allem nach Langzeitanwendung, und die Anamnese muss vor jeder Verordnung überprüft werden.
Warum muss die Dosis bei Nierenerkrankung reduziert werden? ▾
Pregabalin wird überwiegend unverändert renal ausgeschieden, sodass eine Niereninsuffizienz die Plasmakonzentrationen deutlich erhöht und das Risiko für Nebenwirkungen wie Sedierung, Ataxie und kognitive Beeinträchtigung steigert. Laut Fachinformation wird die Dosis nach der Kreatinin-Clearance reduziert, einschließlich bei Dialysepatienten, bei denen nach den Sitzungen Zusatzdosen gegeben werden. Die Nierenfunktion sollte vor der Therapie und periodisch danach überprüft werden.
Verursacht Lyrica eine Gewichtszunahme? ▾
Eine Gewichtszunahme ist eine häufige Nebenwirkung von Pregabalin, ausgeprägter bei höheren Dosen und längerer Therapie. Der Mechanismus ist nicht vollständig geklärt und kann mit Flüssigkeitsretention und gesteigertem Appetit zusammenhängen. Laut Fachinformation sollte das Gewicht während der Behandlung kontrolliert werden, und bei problematischer Zunahme sollten Dosisanpassung oder alternative Substanzen erwogen werden, wobei der verschreibende Arzt die Therapie individuell anpasst.
Was sind die wichtigsten Gegenanzeigen für Lyrica? ▾
Lyrica ist bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Pregabalin oder einem sonstigen Bestandteil kontraindiziert. Vorsicht ist geboten bei Niereninsuffizienz (mit obligater Dosisanpassung), bei gleichzeitiger Anwendung von ZNS-Depressiva einschließlich Opioiden und Alkohol, bei Patienten mit vorbestehenden Suchterkrankungen, bei Suizidgedanken sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. Laut Fachinformation muss die Anamnese vor jeder Verordnung durch einen Arzt überprüft werden.
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