Topamax (Topiramat) Tabletten bei Epilepsie und Migräne
Topamax ist ein orales Antiepileptikum und Migräneprophylaktikum mit dem Wirkstoff Topiramat. Es wird bei Erwachsenen und Kindern bei fokalen Anfällen, primär generalisierten Anfällen und beim Lennox-Gastaut-Syndrom sowie bei Erwachsenen zur Migräneprophylaxe eingesetzt.
- Wirkstoffe
- Topiramate
- Hersteller
- Janssen
- Darreichungsformen
- tablet, sprinkle capsule, extended-release capsule
- Verfügbare Dosierungen
- 25mg, 50mg, 100mg, 200mg
- Kategorie
- Neurologische Arzneimittel
What is it?
Topamax ist die ursprüngliche Marke des Topiramats und wird seit der Zulassung als Antiepileptikum 1996 und für die Migräneprophylaxe 2004 von Janssen (einem Unternehmen von Johnson & Johnson) vertrieben. Es ist als orale Tablette, Streukapsel (für die Anwendung bei Kindern oder Patienten mit Schluckbeschwerden) sowie als Retardkapsel erhältlich. Topamax ist verschreibungspflichtig und wird weltweit breit eingesetzt. Mehrere zugelassene Generika sind inzwischen verfügbar.
Wirkstoffe
Jede Tablette enthält Topiramat als einzigen Wirkstoff in einer Stärke von 25 mg, 50 mg, 100 mg oder 200 mg. Topiramat ist ein sulfamat-substituiertes Monosaccharid mit mehreren Wirkmechanismen, darunter Blockade von Natriumkanälen, GABA-Verstärkung, Glutamat-Antagonismus und schwache Hemmung der Carboanhydrase.
Forms and dosages
Topamax wird oral eingenommen, mit Tabletten der nicht-retardierten Form zweimal täglich oder mit Retardkapseln einmal täglich. Laut Fachinformation werden die Dosen langsam über Wochen aufdosiert. Übliche Erwachsenendosen liegen bei 100–400 mg pro Tag in der Epilepsietherapie und 100 mg pro Tag in der Migräneprophylaxe; die Zieldosen werden individualisiert. Bei deutlicher Niereninsuffizienz ist eine wesentliche Dosisreduktion erforderlich.
Anwendungsgebiete
Topamax ist bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren zur Behandlung fokaler Anfälle, primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle und Anfälle im Rahmen des Lennox-Gastaut-Syndroms zugelassen (als Zusatztherapie oder Monotherapie je nach Land und Indikation). Es ist außerdem zur Migräneprophylaxe bei Erwachsenen zugelassen. Laut internationalen Leitlinien ist Topamax eines der empfohlenen Mittel der ersten Wahl zur Migräneprävention.
Wirkmechanismus
Topiramat verfügt über mehrere Wirkmechanismen: Blockade spannungsabhängiger Natriumkanäle, Verstärkung der Aktivität von Gamma-Aminobuttersäure (GABA) an nicht-benzodiazepinischen GABA-A-Rezeptorbindungsstellen, Antagonismus von Glutamat an AMPA-/Kainat-Rezeptoren sowie schwache Hemmung der Carboanhydrase. Diese multimodale Wirkung erklärt seine Wirksamkeit in der Epilepsie, der Migränetherapie und weiteren neurologischen Indikationen.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Topamax zur Migräneprävention eingesetzt? ▾
Mehrere randomisierte Studien zeigen, dass Topiramat in Dosen von 50–100 mg pro Tag die Migränehäufigkeit bei Erwachsenen mit episodischer und chronischer Migräne reduziert. Laut internationalen Leitlinien ist Topamax neben Betablockern und CGRP-gerichteten Wirkstoffen eines der empfohlenen Mittel der ersten Wahl zur Migräneprävention. Die Wahl hängt vom individuellen Ansprechen, den Komorbiditäten und der Verträglichkeit ab; die endgültige Entscheidung trifft der verschreibende Arzt.
Warum verursacht Topamax Gewichtsverlust? ▾
Anorexie und Gewichtsverlust sind häufige Nebenwirkungen von Topiramat, die bei höheren Dosen und längerer Behandlung ausgeprägter sind. Der Mechanismus ist nicht vollständig geklärt und kann mit Geschmacksveränderungen, Sättigungsänderungen und metabolischen Effekten zusammenhängen. Kombinationspräparate mit Phentermin sind in einigen Märkten zur Gewichtskontrolle zugelassen. Laut Fachinformation sollte das Gewicht während der Behandlung überwacht werden, insbesondere bei schlanken Patienten und Kindern.
Warum ist ein akutes Glaukom unter Topamax ein Problem? ▾
Topiramat wurde mit einem idiosynkratischen Syndrom aus akuter Myopie und sekundärem Engwinkelglaukom in Verbindung gebracht, das typischerweise innerhalb des ersten Behandlungsmonats auftritt. Symptome sind verschwommenes Sehen, Augenschmerzen und Kopfschmerzen. Laut Fachinformation sollten Patienten mit diesen Symptomen Topamax absetzen und sofort augenärztlich untersucht werden. Ein unbehandeltes Engwinkelglaukom kann zu einem dauerhaften Sehverlust führen.
Ist Topamax in der Schwangerschaft sicher? ▾
Nein. Topamax ist mit einem erhöhten Risiko schwerer Fehlbildungen, insbesondere Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, bei Anwendung im ersten Trimester verbunden. Mehrere Behörden haben Warnungen oder Beschränkungen für die Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter erlassen. Laut Fachinformation ist während der Behandlung eine wirksame Empfängnisverhütung erforderlich, und Topamax sollte in der Schwangerschaft nur eingesetzt werden, wenn der Nutzen das Risiko eindeutig überwiegt. Der verschreibende Arzt muss reproduktive Pläne überprüfen.
Was sind die wichtigsten Gegenanzeigen für Topamax? ▾
Topamax ist bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Topiramat oder dessen Hilfsstoffen kontraindiziert, in der Schwangerschaft bei Migräneprophylaxe (und bei Epilepsie nur empfohlen, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt) sowie bei gleichzeitigem Alkoholkonsum unter Retardpräparaten. Vorsicht ist geboten bei Nieren- und Leberinsuffizienz, in der Vorgeschichte vorhandenen Nierensteinen, Glaukomrisiko sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. Laut Fachinformation muss vor jeder Verordnung die Anamnese durch einen Arzt überprüft werden.
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