Remeron (Mirtazapin)
Remeron ist die Originalmarke von Mirtazapin, einem atypischen Antidepressivum aus der NaSSA-Klasse. Es wirkt in niedrigen Dosen sedierend und appetitanregend, mit weniger sexuellen Nebenwirkungen als SSRI; häufig bei Depressionen mit Schlafstörungen oder Gewichtsverlust eingesetzt.
- Wirkstoffe
- Mirtazapine
- Hersteller
- Organon / Merck
- Darreichungsformen
- tablet
- Verfügbare Dosierungen
- 7.5mg, 15mg, 30mg, 45mg
- Kategorie
- Antidepressiva
What is it?
Remeron ist der Markenname, unter dem Organon (heute Teil von Merck) Mirtazapin vermarktet; nach der FDA-Zulassung 1996 brachte es ein eigenständig wirkendes Antidepressivum auf den Markt, das die SSRI ergänzt, wenn das Schlaf-, Appetit- oder sexuelle Nebenwirkungsprofil die Auswahl bestimmt. Zugelassene Mirtazapin-Generika sind seit 2004 weit verbreitet und dominieren die heutige Verordnungspraxis — der überwiegende klinische Einsatz erfolgt als Generikum. Die Marke besteht durch Wiedererkennung und Verordnerpräferenz fort.
Wirkstoffe
Jede Remeron-Tablette enthält 7,5 mg, 15 mg, 30 mg oder 45 mg Mirtazapin. Der Wirkstoff ist zwischen dem Originalpräparat Remeron und zugelassenen Mirtazapin-Generika identisch, wobei die Bioäquivalenz von der Zulassungsbehörde gefordert wird. Remeron SolTab (Schmelztablette) steht zudem für Patienten mit Schluckbeschwerden zur Verfügung.
Forms and dosages
Remeron ist als Tabletten mit unmittelbarer Freisetzung in den Stärken 7,5, 15, 30 und 45 mg sowie als Schmelztabletten zu 15/30/45 mg (SolTab) erhältlich. Bei Depressionen wird üblicherweise mit 15 mg zur Nacht begonnen und je nach Ansprechen auf 30-45 mg titriert. Die 7,5-mg-Dosierung wird gelegentlich zur Schlafanstoßung eingesetzt. Die einmalige Einnahme zur Nacht nutzt die sedierende Wirkung; Nahrung verzögert den Spitzenspiegel geringfügig, beeinflusst aber die Gesamtresorption nicht.
Anwendungsgebiete
Remeron ist für die Major Depression zugelassen. Off-Label wird es häufig bei Depressionen mit Schlafstörungen, bei depressiven älteren Patienten mit reduziertem Appetit, bei Patienten mit Unverträglichkeit gegenüber sexuellen SSRI-Nebenwirkungen sowie als ergänzendes Schlafmittel in der psychiatrischen Praxis eingesetzt. Laut klinischen Leitlinien gilt Mirtazapin bei der Major Depression häufig als Mittel zweiter Wahl, wird jedoch zur ersten Wahl, wenn das sedierende und appetitanregende Profil zu den Symptomen des Patienten passt.
Wirkmechanismus
Mirtazapin antagonisiert präsynaptische α2-adrenerge Rezeptoren und steigert dadurch die Freisetzung von Noradrenalin und Serotonin. Es blockiert zudem postsynaptische 5-HT2A-, 5-HT2C- und 5-HT3-Rezeptoren, wodurch das vermehrte Serotonin auf 5-HT1A-Rezeptoren umgeleitet wird. Es ist ein starker H1-Histamin-Antagonist, was die ausgeprägte sedierende und appetitanregende Wirkung insbesondere bei niedrigen Dosen erklärt. Die antidepressive Wirkung baut sich über 4-6 Wochen kontinuierlicher Einnahme auf.
Häufig gestellte Fragen
Warum wirkt Remeron in niedriger Dosierung stärker sedierend als in höherer? ▾
Bei niedrigen Dosen (7,5-15 mg) überwiegt die antihistaminerge (H1-) Wirkung und führt zu ausgeprägter Sedierung. Bei höheren Dosen wirkt die verstärkte noradrenerge Übertragung der antihistaminergen Sedierung entgegen, sodass 30 mg oder 45 mg häufig weniger schläfrig machen als 15 mg. In der klinischen Praxis wird dies genutzt, indem 15 mg bei Schlafstörungen mit Depression eingesetzt und nur dann höher titriert wird, wenn die Depression nicht anspricht.
Wird Remeron besser vertragen als SSRI? ▾
Remeron verursacht deutlich weniger sexuelle Funktionsstörungen und gastrointestinale Beschwerden als SSRI, jedoch mehr Sedierung, Gewichtszunahme und Schläfrigkeit. Laut aktuellen Leitlinien machen diese Unterschiede Mirtazapin zu einem bevorzugten Mittel zweiter Wahl bei Patienten, die SSRI-Nebenwirkungen nicht vertragen, insbesondere wenn das Symptomprofil (Schlafstörungen, Gewichtsverlust, Appetitminderung) zu den Stärken von Mirtazapin passt.
Verursacht Remeron eine Gewichtszunahme? ▾
Vermehrter Appetit und Gewichtszunahme zählen zu den am häufigsten berichteten Wirkungen von Remeron, insbesondere bei niedrigen Dosen, bei denen die H1-antihistaminerge Wirkung dominiert. Dieser Effekt kann bei älteren oder schlanken depressiven Patienten mit reduziertem Appetit nützlich sein, stellt aber bei bereits übergewichtigen Patienten ein Problem dar. In der klinischen Praxis sollte das Gewicht im Therapieverlauf überwacht werden, und der Verordner kann die Substanz wechseln, wenn die Zunahme nicht akzeptabel ist.
Wie lange dauert es, bis Remeron wirkt? ▾
Sedierung und Schlafverbesserung treten häufig schon in den ersten Nächten ein. Die volle antidepressive Wirkung entwickelt sich über 4-6 Wochen kontinuierlicher abendlicher Einnahme. Patienten werden in der Regel nach 4-6 Wochen erneut beurteilt, um das Ansprechen einzuschätzen und über Fortführung, Dosiserhöhung oder Substanzwechsel zu entscheiden. Ein vorzeitiger Therapieabbruch ist eine häufige Ursache für Rückfälle.
Ist Remeron dasselbe wie generisches Mirtazapin? ▾
Ja — Remeron und zugelassene generische Mirtazapin-Tabletten enthalten denselben Wirkstoff in gleicher Stärke und sind bioäquivalent. Das Generikum ist deutlich günstiger und in nahezu allen Fällen klinisch gleichwertig. Die Marke Remeron bleibt weithin bekannt, doch der überwiegende Teil der heutigen Verordnungen erfolgt auf das zugelassene Generikum.
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