Pepcid (Famotidin) Tabletten bei Sodbrennen und Reflux
Pepcid ist ein oraler H2-Rezeptorantagonist mit dem Wirkstoff Famotidin. Eingesetzt bei Erwachsenen und Kindern bei Sodbrennen, gastroösophagealer Refluxkrankheit, peptischer Ulkuskrankheit und Zollinger-Ellison-Syndrom, mit günstigem Sicherheitsprofil.
- Wirkstoffe
- Famotidine
- Hersteller
- Johnson & Johnson
- Darreichungsformen
- tablet, orally disintegrating tablet, oral suspension
- Verfügbare Dosierungen
- 10mg, 20mg, 40mg
- Kategorie
- Gastrointestinale Medikamente
What is it?
Pepcid ist eine der ursprünglichen Marken von Famotidin, vertrieben von Johnson & Johnson und ursprünglich in den 1980er Jahren von Merck entwickelt. Es ist als orale Tabletten, Schmelztabletten, orale Suspension, Kautabletten und parenterale Lösung erhältlich. Pepcid wird je nach Dosis und Land verschreibungspflichtig oder rezeptfrei abgegeben. Es ist nach dem Rückzug von Ranitidin aufgrund von Nitrosaminbedenken der wichtigste verbliebene H2-Blocker.
Wirkstoffe
Jede Tablette enthält Famotidin als einzigen Wirkstoff in einer Stärke von 10 mg, 20 mg oder 40 mg. Famotidin ist ein H2-Rezeptorantagonist aus der Gruppe der Thiazol-Derivate, der die histamininduzierte Magensäuresekretion an den Belegzellen blockiert.
Forms and dosages
Pepcid wird ein- oder zweimal täglich mit oder ohne Nahrung oral eingenommen. Laut Fachinformation beträgt die übliche Erwachsenendosis bei Sodbrennen 10 mg oder 20 mg vor den Mahlzeiten oder bei Beschwerden (rezeptfrei) und 20-40 mg zweimal täglich bei peptischer Ulkuskrankheit oder GERD (verschreibungspflichtig). Höhere Dosen bis zu 160 mg alle 6 Stunden werden beim Zollinger-Ellison-Syndrom angewendet. Bei Niereninsuffizienz ist eine deutliche Dosisreduktion erforderlich.
Anwendungsgebiete
Pepcid ist bei Erwachsenen und Kindern zur Kurzzeitbehandlung des aktiven Duodenal- und Magenulkus, zur Erhaltungstherapie des Duodenalulkus, der gastroösophagealen Refluxkrankheit, des Zollinger-Ellison-Syndroms und anderer hypersekretorischer Zustände zugelassen. Es wird auch bei gelegentlichem Sodbrennen und Dyspepsie in rezeptfreien Formulierungen angewendet. Laut klinischen Leitlinien werden Protonenpumpenhemmer im Allgemeinen bei chronischer GERD bevorzugt, während Pepcid bei episodischen Symptomen weiterhin nützlich bleibt.
Wirkmechanismus
Famotidin blockiert reversibel und kompetitiv die Histamin-H2-Rezeptoren an den Belegzellen des Magens und vermindert sowohl die basale als auch die stimulierte Magensäuresekretion. Der Effekt ist auf die histaminvermittelte Sekretion am stärksten ausgeprägt. Famotidin beeinflusst H1- oder andere Histaminrezeptor-Subtypen nicht wesentlich und besitzt keine anticholinergen oder antiandrogenen Eigenschaften, was es von Cimetidin unterscheidet.
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheidet sich Pepcid von Prilosec oder Nexium? ▾
Pepcid ist ein H2-Rezeptorantagonist, der die histamininduzierte Magensäuresekretion reversibel mit raschem Wirkungseintritt und mäßiger Säuresuppression blockiert. Prilosec und Nexium sind Protonenpumpenhemmer, die die Säurepumpe selbst irreversibel hemmen, mit tieferer und länger anhaltender Säuresuppression. Laut klinischen Leitlinien werden Protonenpumpenhemmer bei chronischer GERD und erosiver Erkrankung im Allgemeinen bevorzugt, während Pepcid bei gelegentlichen Beschwerden oder als Zusatztherapie weiterhin nützlich ist.
Warum wurde Ranitidin zurückgezogen, während Pepcid weiterhin verfügbar ist? ▾
Ranitidin, ein weiterer H2-Rezeptorantagonist, wurde 2019 bis 2020 in vielen Märkten aufgrund des Nachweises von N-Nitrosodimethylamin (NDMA)-Verunreinigungen in einigen Formulierungen und Bedenken hinsichtlich der Bildung im Verlauf der Zeit zurückgezogen. Famotidin hat eine andere chemische Struktur und zeigt keine vergleichbaren Nitrosamin-Probleme, sodass Pepcid weiterhin breit verfügbar ist. Laut Mitteilungen der Aufsichtsbehörden ist Famotidin inzwischen in vielen Ländern der vorherrschende H2-Blocker.
Kann Pepcid langfristig angewendet werden? ▾
Pepcid kann bei Bedarf über längere Zeiträume angewendet werden, obwohl chronische GERD häufiger mit Protonenpumpenhemmern behandelt wird. Laut Fachinformation wird die Langzeitanwendung in der Regel gut vertragen, mit regelmäßiger Reevaluation durch den verschreibenden Arzt. Bei chronischer Anwendung ist eine Tachyphylaxie (verminderte Wirkung im Verlauf) möglich, was gelegentlich Anlass zur Reevaluation des Regimes und zur Erwägung eines Protonenpumpenhemmers gibt.
Ist Pepcid bei älteren Patienten sicher? ▾
Pepcid wird bei älteren Patienten in der Regel gut vertragen, jedoch sollte die Nierenfunktion berücksichtigt werden, da Famotidin überwiegend unverändert renal ausgeschieden wird. Laut Fachinformation werden bei mittelschwerer bis schwerer Niereninsuffizienz, einschließlich vieler älterer Patienten, eine Dosisreduktion oder verlängerte Dosierungsintervalle empfohlen. Bei älteren Patienten mit reduzierter renaler Clearance wurden Verwirrtheitszustände beschrieben, die überwacht werden sollten.
Was sind die wichtigsten Gegenanzeigen für Pepcid? ▾
Pepcid ist bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Famotidin oder anderen H2-Rezeptorantagonisten kontraindiziert. Vorsicht ist geboten bei Niereninsuffizienz (mit Dosisanpassung), bei älteren Patienten sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. Laut Fachinformation muss vor jeder Verordnung die Anamnese durch einen Arzt überprüft werden, insbesondere bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung oder unter Mehrfachmedikation.
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