Klonopin (Clonazepam) Tabletten zum Einnehmen
Klonopin ist ein verschreibungspflichtiges orales Benzodiazepin mit dem Wirkstoff Clonazepam. Es wird bei Erwachsenen für ausgewählte Epilepsieformen und für die Panikstörung eingesetzt; bei längerer Anwendung besteht ein relevantes Abhängigkeitsrisiko.
- Wirkstoffe
- Clonazepam
- Hersteller
- Genentech (Roche)
- Darreichungsformen
- tablet, orally disintegrating tablet
- Verfügbare Dosierungen
- 0.5mg, 1mg, 2mg
- Kategorie
- Angstlösende Medikamente
What is it?
Klonopin ist der US-Markenname von Clonazepam, vertrieben von Genentech (Roche). Dasselbe Molekül wird in vielen anderen Märkten unter dem Markennamen Rivotril verkauft. Das Präparat ist als Bruchtabletten und Schmelztabletten erhältlich. Klonopin wird wegen des Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzials nur auf Rezept abgegeben. Die lange Halbwertszeit und der langsame Wirkungseintritt unterscheiden es von kurzwirksamen Benzodiazepinen wie Alprazolam.
Wirkstoffe
Jede Tablette enthält Clonazepam als einzigen Wirkstoff in Stärken von 0,5 mg, 1 mg oder 2 mg. Clonazepam ist ein 1,4-Benzodiazepin, das die Wirkung von GABA am GABA-A-Rezeptor potenziert und eine lange terminale Halbwertszeit von 18 bis 50 Stunden aufweist.
Forms and dosages
Klonopin wird oral mit oder ohne Nahrung eingenommen. Laut Fachinformation beträgt die übliche Anfangsdosis bei Panikstörung 0,25 mg zweimal täglich, nach drei Tagen erhöht auf eine Zieldosis von 1 mg pro Tag, mit weiteren Anpassungen nach Bedarf. Die Anfangsdosis bei Anfallsindikationen wird durch den verschreibenden Arzt individualisiert. Schmelztabletten lösen sich auf der Zunge auf und können bei Patienten mit Schluckbeschwerden hilfreich sein.
Anwendungsgebiete
Klonopin ist bei Erwachsenen zur Behandlung bestimmter Anfallsarten zugelassen, einschließlich Absencen und atypischer Absencen, myoklonischer und akinetischer Anfälle sowie als Zusatztherapie beim Lennox-Gastaut-Syndrom. Es ist außerdem bei Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie zugelassen. Nach klinischen Leitlinien sollte die Verschreibung auf die niedrigste wirksame Dosis beschränkt werden, mit regelmäßiger Neubewertung; es ist keine Erstlinientherapie bei chronischer generalisierter Angststörung.
Wirkmechanismus
Clonazepam bindet an die Benzodiazepin-Bindungsstelle des GABA-A-Rezeptors und verstärkt allosterisch die hemmende Chlorid-Leitfähigkeit, wodurch ZNS-Neuronen hyperpolarisiert werden. Daraus resultieren antikonvulsive, anxiolytische, sedierende und muskelrelaxierende Wirkungen. Die lange terminale Halbwertszeit von 18 bis 50 Stunden unterstützt eine ein- bis zweimal tägliche Dosierung und ein relativ stabiles Plasmaprofil; ein Steady State wird nach mehreren Tagen erreicht.
Häufig gestellte Fragen
Wird Klonopin bei Panikattacken eingesetzt? ▾
Ja. Klonopin ist in vielen Märkten zur Behandlung der Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie zugelassen, häufig als kurz- bis mittelfristige Ergänzung zu einer Therapie mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern. Laut Fachinformation wird die Dosis niedrig begonnen und nach klinischem Ansprechen titriert, mit Aufmerksamkeit auf Sedierung. Eine Langzeitanwendung wird wegen des Abhängigkeitsrisikos generell nicht empfohlen und bleibt ausgewählten Fällen unter fachärztlicher Aufsicht vorbehalten.
Wie unterscheidet sich Klonopin von Xanax bei Panikstörung? ▾
Beide sind Benzodiazepine, die bei Panikstörung wirksam sind, unterscheiden sich aber pharmakokinetisch. Klonopin hat eine längere Halbwertszeit von 18 bis 50 Stunden, was eine ein- bis zweimal tägliche Einnahme und ein stabileres Plasmaprofil ermöglicht, während Xanax (Alprazolam) eine kürzere Halbwertszeit hat und häufigere Einnahmen erfordert. Das längere Profil von Klonopin kann Angst zwischen den Dosen verringern. Die Wahl trifft der verschreibende Arzt anhand von Ansprechen, Verträglichkeit und Wechselwirkungen.
Kann Klonopin abrupt abgesetzt werden? ▾
Nein. Ein abruptes Absetzen nach längerer Anwendung kann Entzugssymptome wie Rebound-Angst, Schlaflosigkeit, Tremor, Reizbarkeit und — von besonderer Bedeutung — Krampfanfälle auslösen, auch bei Patienten ohne vorherige Anfallsanamnese. Laut Fachinformation sollte das Absetzen nach einem schrittweisen, vom verschreibenden Arzt erstellten Ausschleichplan erfolgen, oft über Wochen bis Monate.
Ist Klonopin in der Schwangerschaft unbedenklich? ▾
Die Anwendung von Klonopin in der Schwangerschaft wird, wann immer möglich, vermieden. Benzodiazepine können bei Anwendung gegen Ende der Schwangerschaft mit neonatalen Entzugssymptomen, Sedierung und Hypotonie ("Floppy-Infant-Syndrom") und bei chronischer Exposition mit möglichen Entwicklungsbedenken assoziiert sein. Laut Fachinformation muss der verschreibende Arzt den erwarteten Nutzen gegen das fetale Risiko abwägen und Alternativen prüfen. Das Stillen unter Klonopin ist individuell zu besprechen.
Was sind die wichtigsten Gegenanzeigen für Klonopin? ▾
Klonopin ist kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Benzodiazepine, bei schwerer respiratorischer Insuffizienz, bei Engwinkelglaukom, bei Schlafapnoe-Syndrom und bei schwerer Leberinsuffizienz. Vorsicht ist geboten bei älteren Patienten, bei Patienten mit Substanzgebrauchsstörungen und bei Suizidgedanken. Laut Fachinformation muss vor jeder Verordnung die Anamnese durch einen Arzt überprüft werden.
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