Ativan (Lorazepam) Tabletten zum Einnehmen
Ativan ist ein verschreibungspflichtiges orales Benzodiazepin mit dem Wirkstoff Lorazepam. Es wird bei Erwachsenen zur Kurzzeitbehandlung von Angststörungen und angstbedingten Schlafstörungen sowie als Injektion bei Status epilepticus und zur prä-anästhetischen Sedierung eingesetzt.
- Wirkstoffe
- Lorazepam
- Hersteller
- Pfizer
- Darreichungsformen
- tablet, oral concentrate, injection
- Verfügbare Dosierungen
- 0.5mg, 1mg, 2mg
- Kategorie
- Angstlösende Medikamente
What is it?
Ativan ist der ursprüngliche Markenname von Lorazepam und wird von Pfizer (ursprünglich Wyeth) vermarktet. Es ist als gerillte Tabletten zum Einnehmen, als orales Konzentrat und als parenterale Lösung zur intramuskulären und intravenösen Anwendung erhältlich, mit zahlreichen zugelassenen Generika auf dem Markt. Ativan wird wegen des Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzials nur auf Rezept abgegeben. Lorazepam hat den Vorteil eines Glucuronid-Stoffwechsels, der nicht über Cytochrom P450 verläuft, was bei älteren Patienten und bei Lebererkrankungen relevant ist.
Wirkstoffe
Jede Tablette enthält Lorazepam als einzigen Wirkstoff in Stärken von 0,5 mg, 1 mg oder 2 mg. Lorazepam ist ein 1,4-Benzodiazepin, das an die Benzodiazepin-Bindungsstelle des GABA-A-Rezeptors bindet.
Forms and dosages
Ativan-Tabletten werden oral mit oder ohne Nahrung zwei- bis dreimal täglich nach Verordnung eingenommen. Laut Fachinformation beträgt die übliche orale Dosis bei Angststörungen 1 mg bis 4 mg pro Tag in geteilten Dosen, individualisiert durch den verordnenden Arzt. Die sublinguale Anwendung ist in einigen Ländern zugelassen. Intravenöse und intramuskuläre Formen sind dem Krankenhausgebrauch vorbehalten, einschließlich Status epilepticus und prä-anästhetischer Sedierung, und erfordern eine Überwachung von Atmung und Blutdruck.
Anwendungsgebiete
Ativan ist bei Erwachsenen zur Kurzzeitbehandlung von Angststörungen und angstbedingten Schlafstörungen zugelassen. Die injizierbare Form ist auch zur akuten Behandlung des Status epilepticus und zur prä-anästhetischen Sedierung zugelassen. Laut klinischen Leitlinien sollten Verordnungen bei Angststörungen auf eine Kurzzeitanwendung in der niedrigsten wirksamen Dosis begrenzt werden. Ativan ist nicht für die primäre Depression oder die chronische Insomnie außerhalb fachärztlicher Kontexte indiziert.
Wirkmechanismus
Lorazepam bindet an die Benzodiazepin-Bindungsstelle des GABA-A-Rezeptors und verstärkt allosterisch die hemmende Chloridleitfähigkeit. Die verstärkte Hyperpolarisation der Neuronen in Kortex, limbischem System, Hirnstamm und Rückenmark erzeugt anxiolytische, sedative, hypnotische, antikonvulsive und muskelrelaxierende Effekte. Die terminale Halbwertszeit von 10 bis 20 Stunden unterstützt zwei bis drei tägliche Dosen für die meisten Indikationen, mit Erreichen des Steady State innerhalb weniger Tage.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis Ativan wirkt? ▾
Ativan-Tabletten beginnen typischerweise innerhalb von 30 bis 60 Minuten nach oraler Einnahme zu wirken, mit Spitzenkonzentrationen im Plasma nach ein bis zwei Stunden. Die intravenöse Form wirkt innerhalb von Minuten. Laut Fachinformation kann der Wirkungseintritt in diesem Zeitraum als Linderung von Angstsymptomen wahrgenommen werden. Subjektive Effekte werden durch Dosis, individuelle Empfindlichkeit und gleichzeitige Medikation beeinflusst.
Wie unterscheidet sich Ativan von Xanax? ▾
Beide enthalten Benzodiazepine, die am GABA-A-Rezeptor wirken, doch Ativan (Lorazepam) hat eine längere Halbwertszeit von 10 bis 20 Stunden und wird durch Glucuronidierung ohne wesentliche Beteiligung von Cytochrom P450 metabolisiert. Xanax (Alprazolam) hat eine kürzere Halbwertszeit und ist von CYP3A4 abhängig. Ativan wird daher häufig bei älteren Patienten, bei Lebererkrankung oder Polypharmazie bevorzugt. Die Auswahl trifft der verordnende Arzt nach Indikation und individuellem Kontext.
Kann Ativan mit Opioiden kombiniert werden? ▾
Die Kombination von Benzodiazepinen wie Ativan mit Opioiden erhöht das Risiko schwerer Sedierung, Atemdepression, Unfälle und Überdosierung erheblich. Mehrere Behörden haben darauf hingewiesen, dass diese Kombination ein wesentlicher Faktor der Überdosierungssterblichkeit ist. Laut Fachinformation soll die gleichzeitige Anwendung wann immer möglich vermieden werden, und falls beide notwendig sind, sollten die niedrigsten wirksamen Dosen über die kürzeste Dauer unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden.
Wie sollte Ativan abgesetzt werden? ▾
Nach Kurzzeitanwendung kann Ativan ohne wesentliche Schwierigkeiten abgesetzt werden. Nach längerem Gebrauch kann ein abruptes Absetzen Entzugssymptome wie Rebound-Angst, Schlaflosigkeit, Tremor und selten Krampfanfälle hervorrufen. Laut Fachinformation wird ein langsames Ausschleichen über Wochen bis Monate unter ärztlicher Aufsicht bevorzugt, mit individuell auf Dosis, Dauer und Patientenansprechen abgestimmtem Schema.
Was sind die wichtigsten Gegenanzeigen für Ativan? ▾
Ativan ist bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Benzodiazepinen, schwerer respiratorischer Insuffizienz, Engwinkelglaukom, Schlafapnoe-Syndrom und schwerer Leberinsuffizienz kontraindiziert. Vorsicht ist bei älteren Patienten, bei Patienten mit Substanzkonsumstörungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit geboten. Laut Fachinformation muss vor jeder Verordnung die Anamnese durch einen Arzt überprüft werden.
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