Januvia (Sitagliptin) Filmtabletten
Januvia ist ein verschreibungspflichtiger oraler DPP-4-Hemmer mit dem Wirkstoff Sitagliptin und wird bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle eingesetzt. Tabletten sind in 25 mg, 50 mg und 100 mg erhältlich, mit nierenfunktionsabhängiger Dosiswahl.
- Wirkstoffe
- Sitagliptin
- Hersteller
- Merck (MSD)
- Darreichungsformen
- tablet
- Verfügbare Dosierungen
- 25mg, 50mg, 100mg
- Kategorie
- Behandlung der Diabetes mellitus
What is it?
Januvia ist der Markenname für Sitagliptin, den ersten zur Behandlung des Typ-2-Diabetes zugelassenen DPP-4-Hemmer. Das Präparat wurde von Merck (außerhalb der USA und Kanadas als MSD) entwickelt und 2006 von der US-amerikanischen FDA zugelassen. Es wird als Filmtabletten geliefert und ist zudem als Fixkombinationen mit Metformin unter eigenen Markennamen verfügbar. Januvia ist zur Anwendung bei Erwachsenen unter Verschreibung vorgesehen.
Wirkstoffe
Jede Tablette enthält Sitagliptin (als Phosphat-Monohydrat) als einzigen Wirkstoff in Stärken von 25 mg, 50 mg oder 100 mg. Sitagliptin ist ein hochselektiver Niedermolekül-Hemmer der Dipeptidylpeptidase-4. Es wird überwiegend unverändert renal ausgeschieden, weshalb die Dosiswahl laut Fachinformation nach der Nierenfunktion erfolgt.
Forms and dosages
Januvia wird einmal täglich oral mit oder ohne Mahlzeit eingenommen. Laut Fachinformation beträgt die übliche Dosis bei Erwachsenen mit normaler oder leicht eingeschränkter Nierenfunktion 100 mg einmal täglich. Bei mittelschwerer Niereninsuffizienz wird die Dosis auf 50 mg einmal täglich reduziert, bei schwerer Niereninsuffizienz einschließlich terminaler Niereninsuffizienz auf 25 mg einmal täglich, unabhängig vom Dialyseschema. Tabletten werden ganz mit Wasser geschluckt.
Anwendungsgebiete
Das Arzneimittel ist bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle indiziert, allein oder in Kombination mit anderen Antidiabetika. Januvia wird häufig eingesetzt, wenn Metformin nicht ausreicht, kontraindiziert ist oder nicht vertragen wird, sowie als Bestandteil einer Zwei- oder Dreifachtherapie mit anderen oralen oder injizierbaren Wirkstoffen. Es ist nicht für Typ-1-Diabetes oder die diabetische Ketoazidose indiziert. Laut Fachinformation wird das Therapieschema vom verschreibenden Arzt festgelegt.
Wirkmechanismus
Sitagliptin hemmt reversibel die DPP-4, das Enzym, das GLP-1 und GIP rasch abbaut. Höhere Konzentrationen dieser Inkretine verstärken die glukoseabhängige Insulinsekretion aus den Betazellen des Pankreas und unterdrücken eine inadäquate Glucagonfreisetzung, ohne Effekt bei normalen Glukosespiegeln. Über diesen Mechanismus senkt Januvia das HbA1c in Monotherapie um etwa 0,5 % bis 0,8 % und ist im Allgemeinen gewichtsneutral und gut verträglich.
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheidet sich Januvia von GLP-1-Rezeptoragonisten? ▾
Januvia ist ein oraler DPP-4-Hemmer, der die Wirkung endogener Inkretine verlängert, während GLP-1-Rezeptoragonisten injizierbare oder orale Peptide sind, die den GLP-1-Rezeptor direkt auf supraphysiologischem Niveau aktivieren. Daher führen GLP-1-Rezeptoragonisten in der Regel zu einer stärkeren HbA1c-Senkung und einer relevanten Gewichtsabnahme, während Januvia gewichtsneutral ist und als Tagestablette praktisch bleibt. Die Wahl zwischen den Klassen trifft der verschreibende Arzt.
Verursacht Januvia Hypoglykämien? ▾
Januvia verstärkt die Inkretinsignalisierung nur bei erhöhtem Blutzucker, sodass das intrinsische Hypoglykämierisiko in Monotherapie sehr gering ist. Hypoglykämien sind wahrscheinlicher, wenn Januvia mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen kombiniert wird; in diesem Fall weist die Fachinformation darauf hin, dass die Dosis dieser Begleitwirkstoffe unter ärztlicher Aufsicht reduziert werden kann.
Ist bei Nierenerkrankung eine Dosisanpassung erforderlich? ▾
Ja. Da Sitagliptin überwiegend unverändert renal ausgeschieden wird, empfiehlt die Fachinformation 50 mg einmal täglich bei mittelschwerer Niereninsuffizienz und 25 mg einmal täglich bei schwerer Niereninsuffizienz einschließlich terminaler Erkrankung. Das Dialyseschema beeinflusst die Dosis nicht. Die Nierenfunktion sollte vor Therapiebeginn und danach regelmäßig beurteilt werden, mit Anpassungen durch den verschreibenden Arzt.
Kann Januvia mit Metformin kombiniert werden? ▾
Ja. Januvia wird häufig mit Metformin kombiniert und ist zudem als Fixkombination mit Metformin unter eigenen Markennamen erhältlich. Die Kombination wirkt auf zwei sich ergänzende Mechanismen — Inkretinsignalisierung und hepatische Glukoseproduktion — und wird von den meisten Erwachsenen gut vertragen. Die Entscheidung zur Kombination und die Wahl zwischen Einzeltabletten oder Fixprodukt trifft der verschreibende Arzt anhand der Therapieziele.
Was sind die wichtigsten Gegenanzeigen für Januvia? ▾
Eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Sitagliptin, einschließlich schwerer Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom, stellt eine formale Kontraindikation dar. Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Pankreatitis in der Vorgeschichte, schwerer Niereninsuffizienz (mit obligater Dosisanpassung) sowie in Schwangerschaft und Stillzeit, in denen die Datenlage begrenzt ist. Laut Fachinformation müssen vor jeder Verordnung Anamnese und aktuelle Medikation durch einen Arzt überprüft werden.
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