Glucophage (Metformin) Filmtabletten
Glucophage ist ein verschreibungspflichtiges orales Biguanid mit dem Wirkstoff Metformin und wird als First-Line-Therapie bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 eingesetzt. Tabletten sind in 500 mg, 850 mg und 1000 mg erhältlich, dazu gibt es eine retardierte Variante.
- Wirkstoffe
- Metformin
- Hersteller
- Merck Serono
- Darreichungsformen
- tablet, extended-release tablet
- Verfügbare Dosierungen
- 500mg, 850mg, 1000mg
- Kategorie
- Behandlung der Diabetes mellitus
What is it?
Glucophage ist der ursprüngliche Markenname für Metformin, vermarktet von Merck Serono und vor Jahrzehnten in den meisten großen Märkten zugelassen. Es zählt weltweit zu den am häufigsten verordneten oralen Antidiabetika und steht auf der WHO-Liste der unentbehrlichen Arzneimittel. Das Produkt ist als Tabletten mit sofortiger Wirkstofffreisetzung sowie als Retardtabletten erhältlich; mehrere Fixkombinationen sind unter weiteren Markennamen verfügbar.
Wirkstoffe
Jede Tablette enthält Metforminhydrochlorid als einzigen Wirkstoff in Stärken von 500 mg, 850 mg oder 1000 mg. Metformin ist ein von Galegin abgeleitetes Biguanid. Es ist gut wasserlöslich, weist eine minimale Plasmaproteinbindung auf und wird unverändert renal ausgeschieden, weshalb die Nierenfunktion das wesentliche Kriterium der Dosierung ist.
Forms and dosages
Glucophage wird oral zu den Mahlzeiten eingenommen, um die gastrointestinale Verträglichkeit zu verbessern. Laut Fachinformation beginnt die Behandlung üblicherweise mit 500 mg ein- bis zweimal täglich und wird je nach Verträglichkeit und Ansprechen alle ein bis zwei Wochen erhöht, typischerweise bis maximal 2000 bis 3000 mg täglich in geteilten Dosen. Die Retardform unterstützt eine einmal tägliche Abendgabe. Bei mittelschwerer bis schwerer Niereninsuffizienz ist eine Dosisanpassung erforderlich.
Anwendungsgebiete
Das Arzneimittel ist als orale First-Line-Therapie bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ 2 indiziert, allein oder in Kombination mit anderen Antidiabetika einschließlich Insulin. In ausgewählten pädiatrischen Populationen und in einigen Märkten wird es zudem ab 10 Jahren eingesetzt. Off-Label oder im Rahmen von Zulassungserweiterungen wird es unter fachärztlicher Aufsicht beim polyzystischen Ovarsyndrom und bei Prädiabetes verwendet. Laut internationalen Leitlinien sollte Metformin bei den meisten Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes bereits bei Diagnose erwogen werden, sofern keine Kontraindikation vorliegt.
Wirkmechanismus
Metformin senkt die hepatische Glukoseproduktion durch Hemmung des mitochondrialen Komplexes I, wodurch das zelluläre AMP/ATP-Verhältnis steigt und die AMP-aktivierte Proteinkinase aktiviert wird. Sekundär werden eine moderate Verbesserung der peripheren Insulinsensitivität sowie Veränderungen der Darmmikrobiota und der Gallensäuresignalwege beschrieben. Das Arzneimittel stimuliert nicht die Insulinsekretion, was sein geringes intrinsisches Hypoglykämierisiko erklärt. Die Auswirkung auf das Körpergewicht ist meist neutral oder leicht günstig.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird Glucophage eingenommen? ▾
Glucophage wird am besten zu oder nach den Mahlzeiten eingenommen, bei der schnell freisetzenden Form über den Tag verteilt. Laut Fachinformation reduziert eine schrittweise Dosistitration gastrointestinale Nebenwirkungen. Die Retardform wird üblicherweise einmal täglich abends eingenommen. Die Tabletten werden ganz mit Wasser geschluckt; Retardtabletten dürfen nicht zerdrückt oder zerkaut werden. Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist insbesondere bei akuten Erkrankungen oder Hitze zu achten.
Verursacht Glucophage Hypoglykämien? ▾
In Monotherapie hat Glucophage ein sehr geringes intrinsisches Hypoglykämierisiko, da es die Insulinsekretion nicht stimuliert. Hypoglykämien können dennoch auftreten, wenn Glucophage mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen kombiniert wird, insbesondere bei Nüchternheit, langer körperlicher Belastung oder Alkoholkonsum. Laut Fachinformation kann die Dosis von Insulin oder Sekretagoga unter ärztlicher Aufsicht angepasst werden, wenn Glucophage hinzugefügt oder abgesetzt wird.
Welche gastrointestinalen Nebenwirkungen sind am häufigsten? ▾
Am häufigsten treten Übelkeit, Durchfall, Bauchbeschwerden und metallischer Geschmack auf, besonders in den ersten Wochen. Sie bessern sich meist mit der Zeit, durch schrittweise Titration, Einnahme zu den Mahlzeiten oder Wechsel auf die Retardform. Bei anhaltenden oder ausgeprägten Beschwerden sollte eine ärztliche Überprüfung erfolgen. Laut Fachinformation sind sehr seltene Fälle von Laktatazidose vor allem mit Niereninsuffizienz, Hypoxie oder anderen begünstigenden Bedingungen verknüpft.
Muss Glucophage vor einer Operation oder Kontrastmittelgabe pausiert werden? ▾
Ja, in definierten Situationen. Die Fachinformation empfiehlt eine vorübergehende Unterbrechung im Zeitraum jodhaltiger Kontrastmittelgabe und größerer Operationen, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion, um das Risiko einer Laktatazidose zu begrenzen. Die Wiederaufnahme erfolgt üblicherweise nach erneuter Beurteilung der Nierenfunktion. Das genaue Vorgehen legen der verschreibende Arzt und das Krankenhaus fest.
Was sind die wichtigsten Gegenanzeigen für Glucophage? ▾
Glucophage ist bei schwerer Niereninsuffizienz unterhalb der in der lokalen Fachinformation festgelegten eGFR-Schwellen kontraindiziert, ebenso bei akuten oder chronischen Zuständen mit möglicher Gewebehypoxie wie dekompensierter Herzinsuffizienz, bei Leberinsuffizienz, akuter Alkoholintoxikation und bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Metformin. Laut Fachinformation ist die Behandlung im Zeitraum jodhaltiger Kontrastmittelgabe und größerer Operationen vorübergehend zu unterbrechen.
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