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Antivirale Arzneimittel

Valtrex (Valaciclovir) Tabletten bei Herpes

Valtrex ist ein orales Nukleosid-Virostatikum-Prodrug mit Valaciclovir. Eingesetzt bei Erwachsenen zur Behandlung von Herpes simplex (genital, labial), Herpes zoster und zur Prophylaxe der CMV-Erkrankung nach solider Organtransplantation, mit komfortabler Dosierung.

Valtrex (Valacyclovir) 500mg tablet — medication photo
Wirkstoffe
Valacyclovir
Hersteller
GlaxoSmithKline
Darreichungsformen
tablet
Verfügbare Dosierungen
500mg, 1000mg

What is it?

Valtrex ist die Originalmarke von Valaciclovir und wird seit der Zulassung 1995 von GlaxoSmithKline vertrieben. Es ist als orale Tabletten zu 500 mg und 1000 mg erhältlich. Valtrex wird ausschließlich verschreibungspflichtig abgegeben und gehört weltweit zu den am häufigsten verordneten Virostatika bei Herpesvirus-Infektionen. Zahlreiche zugelassene Generika sind heute verfügbar; das Molekül steht auf der WHO-Liste der unentbehrlichen Arzneimittel.

Wirkstoffe

Jede Tablette enthält Valaciclovir (als Hydrochlorid) als einzigen Wirkstoff in Stärken von 500 mg oder 1000 mg. Valaciclovir ist der L-Valyl-Ester-Prodrug von Aciclovir mit deutlich höherer oraler Bioverfügbarkeit als Aciclovir, was eine seltenere Einnahme ermöglicht.

Forms and dosages

Valtrex wird oral mit oder ohne Nahrung eingenommen. Laut Fachinformation richtet sich die Dosis nach der Indikation: 500 mg zweimal täglich über 3 Tage bei rezidivierendem Genitalherpes, 1000 mg zweimal täglich über 7-10 Tage bei der Erstepisode, 2000 mg zweimal am selben Tag bei Lippenherpes, 1000 mg dreimal täglich über 7 Tage bei Gürtelrose und 500 mg täglich zur Suppressionstherapie. Bei Niereninsuffizienz ist eine deutliche Dosisreduktion erforderlich.

Anwendungsgebiete

Valtrex ist bei Erwachsenen zur Behandlung von Herpes-simplex-Virusinfektionen zugelassen, einschließlich Genitalherpes (Erstepisoden, Rezidivepisoden und Suppressionstherapie), Herpes labialis (eintägiges Hochdosis-Regime), Reduktion der Übertragung bei heterosexuellen, immunkompetenten Erwachsenen, Herpes zoster (Gürtelrose) sowie zur Prophylaxe der Cytomegalievirus-Erkrankung nach solider Organtransplantation. Laut internationalen Leitlinien wird Valaciclovir gegenüber Aciclovir bevorzugt, wenn die Therapietreue eine Rolle spielt.

Wirkmechanismus

Valaciclovir wird während des intestinalen und hepatischen First-Pass-Metabolismus durch die Valaciclovir-Hydrolase rasch und nahezu vollständig in Aciclovir umgewandelt. Aciclovir wird anschließend durch die virale Thymidinkinase selektiv zur Triphosphatform phosphoryliert, die die virale DNA-Polymerase hemmt und einen Kettenabbruch bewirkt. Die Prodrug-Strategie verbessert die orale Bioverfügbarkeit gegenüber Aciclovir erheblich und ermöglicht eine seltenere Einnahme.

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheidet sich Valtrex von Aciclovir?

Valtrex enthält Valaciclovir, ein Prodrug von Aciclovir mit einer deutlich höheren oralen Bioverfügbarkeit (etwa 55 %) als Aciclovir (15-30 %), was eine zwei- bis dreimal tägliche statt bis zu fünfmal tägliche Einnahme ermöglicht. Der aktive Wirkstoff ist identisch, sodass die Wirksamkeit bei vergleichbarer Aciclovir-Exposition ähnlich ist. Laut internationalen Leitlinien wird Valtrex bevorzugt, wenn die Therapietreue eine Rolle spielt; die Auswahl trifft der verschreibende Arzt.

Kann Valtrex die Übertragung von Genitalherpes verhindern?

Ja. In randomisierten Studien wurde gezeigt, dass eine tägliche Einnahme von Valtrex 500 mg die Übertragung von Herpes simplex Typ 2 in serodiskordanten heterosexuellen, immunkompetenten Paaren um etwa 50 % reduziert. Laut Fachinformation wird die Suppressionstherapie zusätzlich zu sicheren Sexualpraktiken empfohlen, die wesentlich bleiben. Der verschreibende Arzt sollte Nutzen und Risiken individuell abwägen.

Wann sollte Valtrex bei Gürtelrose begonnen werden?

Valtrex ist bei Gürtelrose am wirksamsten, wenn es innerhalb von 72 Stunden nach Beginn des Hautausschlags begonnen wird, idealerweise innerhalb von 48 Stunden. Laut Fachinformation beträgt das Schema 1000 mg dreimal täglich über 7 Tage. Eine frühzeitige Behandlung verringert den Schweregrad, beschleunigt die Heilung und kann das Risiko einer postherpetischen Neuralgie reduzieren. Ältere Patienten sowie Patienten mit schwerem Hautausschlag, ophthalmologischer Beteiligung oder Immunsuppression sollten stets ärztlich beurteilt werden.

Warum muss die Dosis bei Nierenerkrankung reduziert werden?

Valaciclovir wird in Aciclovir umgewandelt, das überwiegend unverändert renal ausgeschieden wird. Eine Niereninsuffizienz erhöht daher die Aciclovir-Konzentrationen deutlich und steigert das Risiko von Nebenwirkungen wie Neurotoxizität (Verwirrtheit, Halluzinationen) und Kristallurie. Laut Fachinformation wird die Dosis nach der Kreatinin-Clearance reduziert, einschließlich bei Dialysepatienten, bei denen nach den Sitzungen Zusatzdosen verabreicht werden. Eine ausreichende Hydratation ist essenziell.

Was sind die wichtigsten Gegenanzeigen für Valtrex?

Valtrex ist bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Valaciclovir, Aciclovir oder einem der Hilfsstoffe kontraindiziert. Vorsicht ist geboten bei Niereninsuffizienz (mit obligater Dosisanpassung), bei älteren Patienten, bei fortgeschrittener HIV-Erkrankung (Risiko einer thrombotischen Mikroangiopathie unter hohen Dosen), bei Dehydratation sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. Laut Fachinformation muss vor jeder Verordnung die Anamnese durch einen Arzt überprüft werden.

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