Provera (Medroxyprogesteronacetat)
Provera ist die Marke für orales Medroxyprogesteronacetat (MPA), ein synthetisches Gestagen, das bei Menstruationszyklusstörungen, zur Prävention der Endometriumhyperplasie unter HRT und für weitere gynäkologische Indikationen eingesetzt wird.
- Wirkstoffe
- Medroxyprogesterone
- Hersteller
- Pfizer
- Darreichungsformen
- tablet
- Verfügbare Dosierungen
- 2.5mg, 5mg, 10mg
- Kategorie
- Sexuelle Gesundheit der Frau
What is it?
Provera ist der Markenname, unter dem Pfizer (ursprünglich Upjohn) orales Medroxyprogesteronacetat-Tabletten (MPA) in den Vereinigten Staaten vertreibt, mit paralleler weltweiter Verfügbarkeit über zugelassene Generika. MPA ist seit 1959 in klinischer Anwendung und steht auf der WHO-Liste der unentbehrlichen Arzneimittel. Depo-Provera (intramuskuläre und subkutane Depot-Injektion) ist die langwirksame Verhütungsform desselben Wirkstoffs. Zugelassenes generisches Medroxyprogesteron ist auf beiden Darreichungswegen breit verfügbar.
Wirkstoffe
Jede Provera-Tablette enthält 2,5 mg, 5 mg oder 10 mg Medroxyprogesteronacetat. Der Wirkstoff ist zwischen markengebundenem Provera und zugelassenen generischen Medroxyprogesteron-Tabletten identisch, wobei die Bioäquivalenz vom Regulierungsbehörde gefordert wird. MPA besitzt eine schwache androgene und kortikosteroide Aktivität, jedoch nur minimale östrogene Wirkung, was es vom natürlichen Progesteron unterscheidet.
Forms and dosages
Provera ist als orale Tabletten in den Stärken 2,5, 5 und 10 mg erhältlich. In der HRT zusammen mit Östrogen ist eine typische Dosierung 2,5-5 mg täglich kontinuierlich oder 5-10 mg täglich für 12-14 Tage pro Monat (zyklisch). Bei abnormalen uterinen Blutungen 5-10 mg täglich für 5-10 Tage. Bei sekundärer Amenorrhoe 5-10 mg täglich für 5-10 Tage. Jeden Tag zur gleichen Zeit einnehmen; Nahrung beeinflusst die Resorption nicht wesentlich.
Anwendungsgebiete
Provera ist zugelassen bei Amenorrhoe, abnormalen uterinen Blutungen aufgrund hormoneller Dysbalance und zur Prävention der Endometriumhyperplasie bei postmenopausalen Frauen unter Östrogentherapie. Laut aktuellen Menopause-Leitlinien wird mikronisiertes Progesteron in der HRT inzwischen meist gegenüber MPA bevorzugt, da Hinweise auf ein geringeres Brustkrebs- und kardiovaskuläres Risiko bestehen; Provera bleibt jedoch weit verbreitet und ist eine wirksame Alternative.
Wirkmechanismus
Medroxyprogesteronacetat bindet an Progesteronrezeptoren und entfaltet starke gestagene Wirkungen: Verdickung des Zervixschleims, Hemmung der Ovulation, Atrophie des Endometriums und Reduktion der endometrialen Proliferation in der HRT. Seine schwache androgene und kortikosteroide Aktivität unterscheidet es vom bioidentischen Progesteron. In der HRT wirkt MPA der östrogeninduzierten Endometriumproliferation entgegen und beugt einer Hyperplasie und Endometriumkarzinom bei Frauen mit intaktem Uterus unter Östrogentherapie vor. Der therapeutische Effekt setzt innerhalb weniger Tage nach Therapiebeginn ein.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Provera in der HRT heute seltener eingesetzt? ▾
Die Women's Health Initiative-Studie aus dem Jahr 2002 ergab, dass eine kombinierte HRT mit oralen konjugierten Östrogenen plus MPA mit einer leichten Erhöhung des Risikos für Brustkrebs, Schlaganfall und venöse Thromboembolien einherging. Seither legen Beobachtungsdaten bessere Ergebnisse mit bioidentischem mikronisiertem Progesteron nahe, was die Verschreibungspraxis verändert hat. Laut aktuellen Menopause-Leitlinien ist mikronisiertes Progesteron das bevorzugte Gestagen, sofern verfügbar, wobei Provera eine Option bleibt.
Ist Provera ein Verhütungsmittel? ▾
Orales Provera in üblichen HRT- oder AUB-Dosen ist kein zuverlässiges Verhütungsmittel. Die Depot-Injektionsform (Depo-Provera) mit 150 mg alle 12 Wochen ist eine hochwirksame Verhütung. Laut Fachinformation sollten Frauen, die auf Verhütung angewiesen sind, entweder Depo-Provera oder eine andere zugelassene Verhütungsmethode anwenden, nicht orales Provera.
Wie schnell wirkt Provera bei Amenorrhoe oder AUB? ▾
Bei Amenorrhoe oder abnormalen uterinen Blutungen führt Provera typischerweise innerhalb von 3-7 Tagen nach Abschluss eines 5-10-tägigen Zyklus zu einer Entzugsblutung. Diese Blutung entspricht der Abstoßung des durch das Gestagen vorbereiteten Endometriums und ist normal. In der klinischen Praxis können wiederholte Zyklen verschrieben werden, wenn die zugrunde liegende hormonelle Dysbalance fortbesteht.
Ist Provera dasselbe wie natürliches Progesteron? ▾
Nein - Provera ist Medroxyprogesteronacetat, ein synthetisches Gestagen mit progesteronähnlicher Aktivität, aber unterschiedlicher Pharmakologie, einschließlich schwacher androgener und kortikosteroider Effekte. Bioidentisches natürliches Progesteron (Prometrium, Utrogestan) ist strukturell identisch mit dem endogenen Hormon und weist ein anderes metabolisches Profil auf. Laut aktuellen Menopause-Leitlinien wird mikronisiertes Progesteron für die bioidentische HRT in der Regel bevorzugt.
Ist Provera dasselbe wie generisches Medroxyprogesteron? ▾
Ja - Provera und zugelassene generische Medroxyprogesteron-Tabletten enthalten denselben Wirkstoff in denselben Stärken und haben die Bioäquivalenz nachgewiesen. Das Generikum ist deutlich günstiger und in nahezu allen Fällen klinisch gleichwertig. Der größte Teil der heutigen Verschreibungen erfolgt mit dem Generikum; die Marke Provera bleibt vor allem in den USA bestehen.
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