Midamor (Amilorid)
Midamor ist eine Marke von Amilorid, einem bei Hypertonie und Ödemen eingesetzten kaliumsparenden Diuretikum. Heute überwiegt die Anwendung in Fixkombinationen mit Hydrochlorothiazid (Moduretic, Co-Amilozid) zum Ausgleich des thiazidbedingten Kaliumverlusts.
- Wirkstoffe
- Amiloride
- Hersteller
- Various generics
- Darreichungsformen
- tablet
- Verfügbare Dosierungen
- 5mg
- Kategorie
- Diuretika
What is it?
Midamor ist der historische Markenname, unter dem Amilorid in den USA von Merck vertrieben wurde. Zugelassenes generisches Amilorid ist breit verfügbar, und der Wirkstoff ist auch Bestandteil häufiger Fixkombinationen wie Moduretic (Amilorid + Hydrochlorothiazid). Die meisten heutigen Anwendungen erfolgen in solchen Kombinationen statt als Monotherapie, wo Amilorid den durch Thiazide induzierten Kaliumverlust kompensiert und einen mäßigen Beitrag zur Blutdrucksenkung leistet.
Wirkstoffe
Jede Midamor-Tablette enthält 5 mg Amiloridhydrochlorid. Der Wirkstoff ist zwischen den historischen Midamor-Markentabletten und dem heutigen zugelassenen generischen Amilorid identisch, mit der von der Behörde geforderten Bioäquivalenz. In Fixdosis-Präparaten ist Amilorid mit 50 mg Hydrochlorothiazid (älteres 'Co-Amilozid') oder mit 25 mg HCT in neueren Kombinationen gepaart.
Forms and dosages
Midamor ist als orale Tabletten zu 5 mg erhältlich. Als Monotherapie liegt die typische Dosis bei 5-10 mg einmal täglich, mit Nahrung eingenommen, um gastrointestinale Nebenwirkungen zu reduzieren. In Kombination mit HCT enthalten Fixdosis-Tabletten typischerweise 5 mg Amilorid + 50 mg HCT (ältere Formulierung) oder 2,5-5 mg Amilorid + 12,5-25 mg HCT (moderne Niedrigdosis). Die Einnahme erfolgt morgens, um nächtlichen Harndrang zu begrenzen.
Anwendungsgebiete
Midamor ist zur Behandlung der Hypertonie (typischerweise in Kombination mit Thiaziden), bei Ödemen aufgrund von Herzinsuffizienz oder Leberzirrhose (in Kombination) sowie bei primärem Hyperaldosteronismus (Liddle-Syndrom und Pseudohyperaldosteronismus) zugelassen. Laut aktuellen Hypertonie-Leitlinien ist Amilorid am sinnvollsten als niedrig dosierte Ergänzung zu Thiaziden, um eine Hypokaliämie zu verhindern, statt als Monotherapie. Bei deutlichem Aldosteronantagonismus (Herzinsuffizienz, therapierefraktäre Hypertonie) wird Spironolacton bevorzugt.
Wirkmechanismus
Amilorid blockiert den epithelialen Natriumkanal (ENaC) im distalen gewundenen Tubulus und Sammelrohr der Niere, reduziert die Natriumrückresorption und vermindert indirekt die Ausscheidung von Kalium und Wasserstoffionen. Es entsteht ein milder diuretischer Effekt mit kaliumsparender Wirkung – im Unterschied zu Spironolacton, das als Aldosteronrezeptorantagonist wirkt. Der Mechanismus ist unabhängig vom Aldosteronspiegel, weshalb Midamor in hyperaldosteronämischen Zuständen und bei Patienten, die Spironolacton nicht vertragen, hilfreich ist.
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheidet sich Midamor von Spironolacton? ▾
Beide sind kaliumsparende Diuretika, wirken aber unterschiedlich. Midamor (Amilorid) blockiert direkt den epithelialen Natriumkanal unabhängig von Aldosteron, während Spironolacton den Aldosteronrezeptor blockiert. Praktisch verursacht Midamor keine Gynäkomastie und keine sexuellen Nebenwirkungen und wird bevorzugt, wenn diese eine Rolle spielen. Spironolacton wird bevorzugt, wenn ein deutlicher Aldosteronantagonismus erforderlich ist (Herzinsuffizienz, therapierefraktäre Hypertonie).
Warum wird Midamor oft mit Hydrochlorothiazid kombiniert? ▾
HCT fördert den Kaliumverlust; Amilorid bewahrt Kalium. Die Kombination (Moduretic, Co-Amilozid) bewirkt eine effektive Blutdrucksenkung bei minimierter Hypokaliämie und erlaubt niedrige wirksame Dosen jeder Komponente. Laut aktueller Praxis ist dies eine der am häufigsten eingesetzten kaliumsparenden Kombinationen bei älteren Patienten mit Hypertonie.
Welche Laborkontrollen sind unter Midamor erforderlich? ▾
Serumkalium und Kreatinin werden zu Beginn, 1-2 Wochen nach Therapiebeginn oder Dosiserhöhung sowie anschließend regelmäßig kontrolliert. Laut Fachinformation ist die Hyperkaliämie das Hauptrisiko und wird durch ACE-Hemmer, ARB, NSAR und Niereninsuffizienz verstärkt. Eine anhaltende Hyperkaliämie erfordert eine Dosisreduktion oder eine alternative Therapie.
Kann ich unter Midamor Kaliumpräparate einnehmen? ▾
In der Regel nein. Midamor ist kaliumsparend, sodass die zusätzliche Einnahme von Kalium das Hyperkaliämierisiko deutlich erhöht. Laut Fachinformation ist die gleichzeitige Anwendung kontraindiziert, sofern nicht eine dokumentierte Hypokaliämie eine vorsichtige Substitution unter engmaschiger Überwachung rechtfertigt. Salzersatzprodukte mit Kaliumchlorid werden in der Regel ebenfalls vermieden.
Ist Midamor dasselbe wie generisches Amilorid? ▾
Ja. Das historische Midamor und die heutigen zugelassenen generischen Amilorid-Tabletten enthalten denselben Wirkstoff in derselben Stärke und haben Bioäquivalenz nachgewiesen. Die meisten heutigen Verordnungen erfolgen mit dem Generikum oder in Fixkombinationen mit HCT. Die Midamor-Monotherapie selbst ist im regulären ambulanten Einsatz heute selten.
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