Augmentin (Amoxicillin/Clavulansäure) Antibiotika-Tabletten
Augmentin ist ein orales verschreibungspflichtiges Kombinationsantibiotikum aus Amoxicillin und Clavulansäure. Es wird bei Erwachsenen und Kindern bei Atemwegs-, Harnwegs-, Zahn-, Haut- und intraabdominellen Infektionen durch betalaktamasebildende Bakterien angewendet.
- Wirkstoffe
- Amoxicillin , Clavulanate
- Hersteller
- GlaxoSmithKline
- Darreichungsformen
- tablet, extended-release tablet, oral suspension, chewable tablet
- Verfügbare Dosierungen
- 500/125mg, 875/125mg, 1000/62.5mg
- Kategorie
- Antibiotika
What is it?
Augmentin ist die ursprüngliche Marke der Kombination aus Amoxicillin und Clavulansäure (Clavulanat), die seit 1981 von GlaxoSmithKline vertrieben wird. Es ist als orale Tabletten, Retardtabletten, Suspension zum Einnehmen, Kautabletten und parenterale Lösung erhältlich. Zahlreiche zugelassene Generika sind weltweit verfügbar, und die Kombination ist Bestandteil der WHO-Liste unentbehrlicher Arzneimittel.
Wirkstoffe
Jede Tablette enthält Amoxicillin (als Trihydrat) und Clavulanat (als Kaliumsalz) als die zwei Wirkstoffe. Übliche Verhältnisse sind 500/125mg, 875/125mg sowie 1000/62,5mg in Retardtabletten. Amoxicillin ist ein semisynthetisches Aminopenicillin und Clavulanat ein Betalaktamase-Hemmer, der Amoxicillin vor enzymatischer Hydrolyse schützt.
Forms and dosages
Augmentin wird oral mit einer Mahlzeit eingenommen, um die Verträglichkeit und Resorption von Clavulanat zu verbessern. Laut Fachinformation beträgt die übliche Erwachsenendosis 500/125mg alle 8 Stunden oder 875/125mg alle 12 Stunden, je nach Indikation. Die pädiatrische Dosierung erfolgt gewichtsbezogen mit Suspension. Bei deutlicher Niereninsuffizienz ist eine Dosisanpassung erforderlich.
Anwendungsgebiete
Augmentin ist bei Erwachsenen und Kindern zur Behandlung von Atemwegsinfektionen einschließlich akuter Otitis media, Sinusitis, ambulant erworbener Pneumonie und akuter Exazerbation chronischer Bronchitis, Harnwegsinfektionen, odontogener Infektionen, Haut- und Weichteilinfektionen sowie intraabdomineller Infektionen durch betalaktamasebildende Bakterien zugelassen. Laut internationalen Leitlinien erweitert Clavulanat das Spektrum von Amoxicillin auf viele resistente Stämme.
Wirkmechanismus
Amoxicillin hemmt die bakterielle Zellwandsynthese durch Bindung an Penicillin-bindende Proteine (PBP), wird aber von Betalaktamasen einiger resistenter Bakterien hydrolysiert. Clavulanat selbst ist ein schwaches Antibiotikum, wirkt aber als Suizidhemmer der Betalaktamase und schützt Amoxicillin vor enzymatischem Abbau. Diese Kombination stellt die Aktivität gegen viele betalaktamasebildende Stämme von Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis, Staphylococcus aureus und Anaerobiern wieder her.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Augmentin manchmal reinem Amoxicillin vorgezogen? ▾
Reines Amoxicillin wird durch Betalaktamasen vieler Erregerstämme inaktiviert. Die Clavulanat-Komponente von Augmentin hemmt diese Enzyme und stellt die Aktivität gegen resistente Bakterien wie einige H. influenzae, M. catarrhalis, S. aureus und Anaerobier wieder her. Laut internationalen Leitlinien wird Augmentin bevorzugt, wenn betalaktamasebildende Bakterien wahrscheinlich oder bestätigt sind.
Verursacht Augmentin häufiger Durchfall als Amoxicillin? ▾
Ja. Die Clavulanat-Komponente ist mit häufigeren gastrointestinalen Nebenwirkungen, insbesondere Durchfall, verbunden als reines Amoxicillin. Laut Fachinformation kann die Einnahme mit einer Mahlzeit die Verträglichkeit verbessern. Schwerer oder anhaltender Durchfall, insbesondere mit Schleim oder Blut, erfordert eine Abklärung auf eine Clostridioides-difficile-assoziierte Kolitis.
Was tun bei einer vergessenen Dosis? ▾
Wird eine Dosis vergessen, sollte sie sobald möglich nachgeholt werden, es sei denn, die nächste Dosis steht kurz bevor. In diesem Fall die vergessene Dosis auslassen und das übliche Schema fortsetzen. Die Dosis nicht verdoppeln. Laut Fachinformation sind regelmäßige Dosisintervalle wichtig zur Aufrechterhaltung therapeutischer Plasmaspiegel und zur Verringerung des Resistenzrisikos.
Können Kinder Augmentin einnehmen? ▾
Ja. Augmentin wird in der Pädiatrie häufig eingesetzt, mit gewichtsbezogener Dosierung gemäß Fachinformation. Suspension zum Einnehmen und Kautabletten erleichtern die pädiatrische Anwendung. Laut internationalen Leitlinien wird Augmentin bei pädiatrischen Infektionen wie akuter Otitis media, Sinusitis und komplizierten Harnwegsinfektionen eingesetzt, insbesondere bei wahrscheinlichen resistenten Erregern.
Was sind die wichtigsten Gegenanzeigen? ▾
Augmentin ist kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Amoxicillin, Clavulanat, andere Penicilline oder Betalaktam-Antibiotika sowie bei Patienten mit früherer Augmentin-assoziierter cholestatischer Gelbsucht oder Leberfunktionsstörung. Vorsicht ist geboten bei Niereninsuffizienz, infektiöser Mononukleose (häufig Hautausschlag) sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. Laut Fachinformation muss die Anamnese vor jeder Verschreibung ärztlich überprüft werden.
Verwandte Arzneimittel
Die Informationen auf dieser Website dienen ausschließlich zu Referenz- und Bildungszwecken. Sie ersetzen nicht die Beratung durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal.