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Hormone und Empfängnisverhütung

Evista (Raloxifen)

Evista ist die Marke von Raloxifen 60 mg, einem selektiven Östrogenrezeptor-Modulator (SERM) zur Prävention und Behandlung der postmenopausalen Osteoporose sowie zur Senkung des Risikos für invasiven Brustkrebs. Zugelassene Generika sind seit 2014 weit verbreitet.

Evista (Raloxifene) 60mg tablet — medication photo
Wirkstoffe
Raloxifene
Hersteller
Eli Lilly
Darreichungsformen
tablet
Verfügbare Dosierungen
60mg

What is it?

Evista ist der Markenname, unter dem Eli Lilly Raloxifen-Tabletten zu 60 mg vermarktet, die 1997 von der FDA zur Prävention der postmenopausalen Osteoporose zugelassen wurden, mit Behandlungsindikation 1999 und Senkung des invasiven Brustkrebsrisikos 2007. Es steht auf der WHO-Liste unentbehrlicher Arzneimittel zur Brustkrebsprävention. Zugelassenes generisches Raloxifen ist seit 2014 weit verbreitet und dominiert die aktuelle Verordnung; Evista bleibt ein bekannter Markenname in der postmenopausalen Versorgung.

Wirkstoffe

Jede Evista-Tablette enthält 60 mg Raloxifenhydrochlorid. Der Wirkstoff ist zwischen Marken-Evista und zugelassenen generischen Raloxifen-Tabletten identisch, wobei die Bioäquivalenz von der Behörde gefordert wird. Raloxifen ist ein Benzothiophen-SERM, das aus dem SERM-Grundgerüst entwickelt wurde, das auch Tamoxifen und Toremifen hervorbrachte, jedoch mit einem unterschiedlichen gewebeselektiven Profil.

Forms and dosages

Evista wird als orale Tabletten zu 60 mg angeboten. Die Standarddosis beträgt 60 mg einmal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten zu jeder Tageszeit. Eine Dosisanpassung bei Nieren- oder Leberfunktionsstörung ist nur bei schwerer Beeinträchtigung erforderlich. Eine Supplementierung mit Calcium und Vitamin D wird üblicherweise zusätzlich zu Evista bei Frauen mit unzureichender Zufuhr empfohlen, da das Arzneimittel die Knochenmineraldichte erhält und entsprechende Substrate benötigt.

Anwendungsgebiete

Evista ist zur Prävention und Behandlung der postmenopausalen Osteoporose sowie zur Senkung des Risikos für invasiven Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Risiko zugelassen. Laut aktuellen Osteoporose-Leitlinien ist Raloxifen eine sinnvolle Option für postmenopausale Frauen mit Osteoporose und zusätzlich erhöhtem Brustkrebsrisiko, wobei Bisphosphonate aufgrund ihrer stärkeren Reduktion nicht-vertebraler Frakturen für die meisten Patientinnen Mittel der ersten Wahl bleiben.

Wirkmechanismus

Raloxifen bindet an Östrogenrezeptoren und entfaltet gewebeselektive Effekte: östrogen-agonistische Aktivität im Knochen (Erhalt der Knochenmineraldichte) und im Lipidstoffwechsel (Senkung von LDL-Cholesterin), während es östrogen-antagonistische Aktivität im Brust- und Gebärmuttergewebe zeigt (Senkung des Brustkrebsrisikos und keine Stimulation des Endometriums). Diese Selektivität bildet die Grundlage des SERM-Konzepts.

Häufig gestellte Fragen

Wie ist Evista im Vergleich zu Bisphosphonaten bei Osteoporose?

Bisphosphonate (Alendronat, Risedronat) reduzieren sowohl vertebrale als auch nicht-vertebrale Frakturen um etwa 50 %, während Evista vertebrale Frakturen um etwa 30 % reduziert, mit geringerer Wirkung auf Hüft- und andere nicht-vertebrale Frakturen. Laut aktuellen Osteoporose-Leitlinien sind Bisphosphonate für die meisten Patientinnen Mittel der ersten Wahl; Evista wird bevorzugt, wenn gleichzeitig eine Senkung des Brustkrebsrisikos erwünscht ist oder Bisphosphonate nicht vertragen werden.

Ist Evista das Gleiche wie eine Hormonersatztherapie?

Nein. Evista ist ein SERM mit gewebeselektiver Aktivität — agonistisch im Knochen, antagonistisch in Brust und Gebärmutter. Eine HRT (Estradiol oder konjugierte Östrogene) zeigt vollständige östrogen-agonistische Aktivität in allen Geweben. Evista verhindert daher den Knochenverlust und senkt das Brustkrebsrisiko, lindert aber keine Hitzewallungen oder urogenitalen Symptome und kann Hitzewallungen verstärken. Laut aktuellen Menopause-Leitlinien wird Evista nicht als symptomgesteuerte HRT eingesetzt.

Wie hoch ist das VTE-Risiko unter Evista?

Evista verdoppelt das VTE-Risiko gegenüber Placebo etwa, vergleichbar mit oraler Östrogen-HRT. Laut Fachinformation ist Evista bei Frauen mit aktiver oder früherer VTE, längerer Immobilisation oder erhöhten thrombophilen Risikofaktoren kontraindiziert. Das Arzneimittel wird während längerer Immobilisation (z. B. nach Operationen) pausiert und bei Frauen mit neuen VTE-Risikofaktoren abgesetzt.

Hilft Evista gegen Hitzewallungen?

Nein — Evista lindert Hitzewallungen nicht und kann sie bei manchen Frauen sogar auslösen oder verstärken. Das Arzneimittel wirkt im vasomotorischen Gewebe als Östrogenrezeptor-Antagonist, also entgegengesetzt zur agonistischen Wirkung östrogenbasierter HRT. In der klinischen Praxis sollten Frauen mit Hitzewallungen als Hauptanliegen eher eine HRT oder nicht-hormonelle vasomotorische Wirkstoffe statt Evista in Erwägung ziehen; Frauen mit Knochen- oder Brustkrebsrisiko als Hauptanliegen sind sinnvolle Evista-Kandidatinnen.

Ist Evista identisch mit generischem Raloxifen?

Ja — Evista und zugelassene generische Raloxifen-Tabletten zu 60 mg enthalten denselben Wirkstoff in gleicher Stärke und sind bioäquivalent. Das Generikum ist deutlich günstiger und klinisch in nahezu allen Fällen gleichwertig. Die meisten aktuellen Verordnungen in den USA erfolgen auf das zugelassene Generikum; die Marke Evista bleibt ein bekannter Name in der postmenopausalen Osteoporose-Versorgung.

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