Diflucan (Fluconazol) Kapseln gegen Pilzinfektionen
Diflucan ist ein orales Triazol-Antimykotikum mit dem Wirkstoff Fluconazol. Es wird bei Erwachsenen und Kindern zur Behandlung der vulvovaginalen und oropharyngealen Candidose, der Candidämie, der Kryptokokkenmeningitis sowie zur Prophylaxe bei immunsupprimierten Patienten eingesetzt.
- Wirkstoffe
- Fluconazole
- Hersteller
- Pfizer
- Darreichungsformen
- capsule, oral suspension
- Verfügbare Dosierungen
- 50mg, 100mg, 150mg, 200mg
- Kategorie
- Antimykotika
What is it?
Diflucan ist die Originalmarke von Fluconazol und wird seit der Zulassung 1990 von Pfizer vertrieben. Es ist als orale Kapseln zu 50 mg, 100 mg, 150 mg und 200 mg sowie als orale Suspension und parenterale Lösung erhältlich. Diflucan wird je nach Indikation und Land verschreibungspflichtig oder rezeptfrei abgegeben; Einzeldosis-Kapseln zu 150 mg bei vulvovaginaler Candidose sind in vielen Ländern rezeptfrei verfügbar. Es steht auf der WHO-Liste der unentbehrlichen Arzneimittel.
Wirkstoffe
Jede Kapsel enthält Fluconazol als einzigen Wirkstoff in einer Stärke von 50 mg, 100 mg, 150 mg oder 200 mg. Fluconazol ist ein Triazol-Antimykotikum, das die Cytochrom-P450-abhängige Ergosterolsynthese der Pilze hemmt und so eine Funktionsstörung der Zellmembran sowie eine Wachstumshemmung bewirkt.
Forms and dosages
Diflucan wird oral mit oder ohne Nahrung eingenommen. Laut Fachinformation liegt die übliche Erwachsenendosis je nach Indikation und Schweregrad zwischen 50 mg und 400 mg täglich. Bei unkomplizierter vulvovaginaler Candidose wird eine orale Einzeldosis von 150 mg verwendet. Höhere Dosen (400-800 mg täglich) kommen bei invasiver Candidose oder zur Konsolidierung der Kryptokokkenmeningitis zum Einsatz. Bei deutlicher Niereninsuffizienz ist eine erhebliche Dosisreduktion erforderlich.
Anwendungsgebiete
Diflucan ist bei Erwachsenen und Kindern zur Behandlung der vulvovaginalen, oropharyngealen und ösophagealen Candidose, der Harnwegs-Candidose, der Peritonitis und anderer invasiver Candidosen durch empfindliche Spezies einschließlich Candidämie sowie der Kryptokokkenmeningitis (Induktion mit Amphotericin B und Flucytosin, anschließende Konsolidierung und Erhaltung mit Fluconazol) zugelassen. Es wird auch zur Prophylaxe bei immunsupprimierten Patienten unter Chemotherapie oder Transplantation eingesetzt.
Wirkmechanismus
Fluconazol ist ein Triazol-Antimykotikum, das das Cytochrom-P450-abhängige Enzym Lanosterol-14-alpha-Demethylase hemmt und dadurch die Synthese von Ergosterol aus Lanosterol blockiert. Ergosterol ist ein wesentlicher Bestandteil der Pilzzellmembran, sodass dessen Verarmung zu einer Membrandysfunktion und Wachstumshemmung führt. Fluconazol ist gegen die meisten Candida-Spezies (mit verminderter Empfindlichkeit bei C. glabrata und C. krusei) sowie gegen Cryptococcus neoformans wirksam.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist die Einzeldosis Diflucan bei vaginaler Candidose geeignet? ▾
Eine unkomplizierte akute vulvovaginale Candidose bei nicht schwangeren, immunkompetenten Frauen spricht in der Regel auf eine orale Einzeldosis von Diflucan 150 mg an, mit vergleichbarer Wirksamkeit wie längere topische antimykotische Behandlungsschemata. Laut internationalen Leitlinien wird dieses Schema häufig verwendet. Rezidivierende (vier oder mehr Episoden pro Jahr), schwere oder komplizierte Candidosen erfordern längere Behandlungsschemata und eine ärztliche Beurteilung, häufig mit Spezies-Identifikation.
Welche Wechselwirkungen sind zu beachten? ▾
Fluconazol ist ein moderater CYP2C9- und CYP3A4-Hemmer mit klinisch relevanten Wechselwirkungen, darunter erhöhte Konzentrationen von Warfarin (mit Blutungsrisiko), Phenytoin, Sulfonylharnstoffen, Ciclosporin, Tacrolimus, Statinen und weiteren Arzneimitteln. Es kann außerdem das QT-Intervall verlängern und das Risiko in Kombination mit anderen QT-verlängernden Substanzen erhöhen. Laut Fachinformation muss die Medikationsliste vor jeder Verordnung durch einen Arzt geprüft werden.
Ist Diflucan in der Schwangerschaft sicher? ▾
Eine Einzeldosis Diflucan 150 mg wurde bei vaginaler Candidose ohne konsistente Hinweise auf Schädigungen verwendet, aber eine hochdosierte Langzeitanwendung von Fluconazol in der Schwangerschaft wurde mit Fehlbildungen in Verbindung gebracht. Laut mehreren Mitteilungen der Zulassungsbehörden sollte die Einzeldosis Diflucan in der Schwangerschaft nach Möglichkeit vermieden und stattdessen topische Antimykotika bevorzugt werden; hohe Dosen sind kontraindiziert. Die Anamnese muss vom Arzt überprüft werden.
Warum wird Diflucan bei Kryptokokkenmeningitis eingesetzt? ▾
Fluconazol erreicht hohe Konzentrationen im Liquor (etwa 80 % der Plasmaspiegel) und ist gegen Cryptococcus neoformans wirksam, weshalb Diflucan für die Konsolidierungs- und Erhaltungsphase der Kryptokokkenmeningitis-Therapie geeignet ist. Laut internationalen Leitlinien erfolgt die Induktion mit Amphotericin B (vorzugsweise liposomal) plus Flucytosin, gefolgt von einer Konsolidierung mit Diflucan in hoher Dosis und einer langfristigen Erhaltungstherapie zur Rezidivprophylaxe.
Was sind die wichtigsten Gegenanzeigen für Diflucan? ▾
Diflucan ist bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Fluconazol oder anderen Azolen kontraindiziert sowie bei gleichzeitiger Anwendung verschiedener QT-verlängernder oder stark verstoffwechselter Arzneimittel (z. B. Terfenadin, Cisaprid, Pimozid und andere je nach Dosis). Vorsicht ist bei Nieren- und Leberinsuffizienz, QT-Verlängerung, Schwangerschaft (hohe Dosen) und Stillzeit geboten. Laut Fachinformation muss die Anamnese vor der Verordnung durch einen Arzt überprüft werden.
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