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Selective serotonin reuptake inhibitor (SSRI)

Paroxetin

Paroxetin ist eines der älteren SSRI-Antidepressiva und wird als Paxil und Seroxat vermarktet. Es weist ein stärkeres anticholinerges Profil und eine kürzere Halbwertszeit als andere SSRI auf, weshalb das Absetzsyndrom deutlich ausgeprägter ist und ein vorsichtiges Ausschleichen erfordert.

Summenformel
C19H20FNO3
CAS-Nummer
61869-08-7
ATC-Code
N06AB05
Molekulargewicht
329.37 g/mol
Wirkstoffklasse
Selective serotonin reuptake inhibitor (SSRI)
Auch bekannt als
Paxil, Seroxat, Aropax

What is it?

Paroxetin ist ein 1992 von der FDA zugelassenes SSRI, vermarktet als Paxil von SmithKline Beecham (heute GlaxoSmithKline) und in vielen anderen Ländern als Seroxat. Es war einst eines der am häufigsten verschriebenen Antidepressiva weltweit, der Einsatz hat jedoch im Vergleich zu Escitalopram und Sertralin nachgelassen, bedingt durch das ausgeprägte Absetzsyndrom und das Profil der Gewichtszunahme von Paroxetin. Zugelassenes Generika-Paroxetin ist breit verfügbar.

Wirkmechanismus

Paroxetin hemmt selektiv den Serotonin-Wiederaufnahme-Transporter und erhöht so die synaptische Verfügbarkeit von Serotonin. Es ist der potenteste SSRI bei der SERT-Hemmung und besitzt eine zusätzliche schwache anticholinerge Aktivität, die sowohl zum therapeutischen Effekt (Schlaf, Angst) als auch zu Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Verstopfung) beiträgt. Der therapeutische Effekt baut sich über 4–6 Wochen auf, ähnlich wie bei anderen SSRI.

Pharmacokinetics

Paroxetin wird nach oraler Gabe gut resorbiert, mit einer Bioverfügbarkeit von etwa 50 %. Maximale Plasmaspiegel werden 5 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die terminale Halbwertszeit beträgt etwa 21 Stunden, was eine einmal tägliche Gabe unterstützt. Der hepatische Metabolismus erfolgt über CYP2D6 — Paroxetin ist sowohl Substrat als auch starker Inhibitor von CYP2D6, was zu klinisch relevanten Wechselwirkungen mit anderen über CYP2D6 metabolisierten Arzneimitteln führt.

Indications

Paroxetin ist für die schwere depressive Störung, die generalisierte Angststörung, die soziale Angststörung, die Panikstörung, die Zwangsstörung und die posttraumatische Belastungsstörung mit regionalen Unterschieden zugelassen. In niedrigeren Dosen (Brisdelle 7,5 mg) ist es auch zur Behandlung menopausaler vasomotorischer Symptome (Hitzewallungen) zugelassen. Die Anwendung in der Schwangerschaft wird wegen Hinweisen auf fetale kardiovaskuläre Fehlbildungen in der Regel vermieden.

Safety profile

Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, sexuelle Funktionsstörungen (ausgeprägter als bei den meisten SSRI), Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Müdigkeit und anticholinerge Symptome. Klinisch am bedeutsamsten ist das Absetzsyndrom — Paroxetin ruft bei plötzlichem Absetzen ein besonders intensives Entzugssyndrom hervor (Schwindel, sensorische Störungen, grippeähnliche Symptome) selbst nach kurzfristiger Anwendung, weshalb ein langsames Ausschleichen erforderlich ist.

Arzneimittel mit diesem Wirkstoff

Häufig gestellte Fragen

Warum ist das Absetzen von Paroxetin schwierig?

Die relativ kurze Halbwertszeit und der CYP2D6-Metabolismus von Paroxetin führen beim Absetzen zu raschen Plasmaspiegelabfällen, die ein klassisches SSRI-Absetzsyndrom auslösen — Schwindel, sensorische Störungen ('brain zaps'), grippeähnliche Symptome — das deutlich ausgeprägter ist als bei SSRI mit längerer Halbwertszeit wie Fluoxetin. Laut Fachinformation sollte Paroxetin langsam ausgeschlichen werden, typischerweise über Wochen bis Monate.

Ist Paroxetin noch ein gutes Erstlinien-Antidepressivum?

Paroxetin ist wirksam, gilt aber heute im Vergleich zu Escitalopram oder Sertralin allgemein als spätere Option, bedingt durch sein Absetzprofil, die Gewichtszunahme und die CYP2D6-Wechselwirkungen. Laut aktuellen Leitlinien werden Escitalopram und Sertralin in der Regel als Erstlinien-SSRI bei Erwachsenen ohne vorherige Antidepressiva-Anamnese bevorzugt.

Kann Paroxetin in der Schwangerschaft eingesetzt werden?

Paroxetin wird in der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, im Allgemeinen vermieden, wegen Hinweisen auf fetale kardiovaskuläre Fehlbildungen. Laut aktuellen Leitlinien sollte Frauen im gebärfähigen Alter, die einen SSRI beginnen, in der Regel eine Alternative angeboten werden, wenn eine Schwangerschaft geplant oder möglich ist.

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