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Selective serotonin reuptake inhibitor (SSRI)

Citalopram

Citalopram ist ein häufig verschriebener SSRI bei Depression und Angststörungen, vermarktet als Celexa und Cipramil. Es ist das racemische Gemisch, aus dem Escitalopram entwickelt wurde; die Maximaldosis ist wegen dosisabhängiger QT-Verlängerung auf 40 mg täglich begrenzt.

Summenformel
C20H21FN2O
CAS-Nummer
59729-33-8
ATC-Code
N06AB04
Molekulargewicht
324.39 g/mol
Wirkstoffklasse
Selective serotonin reuptake inhibitor (SSRI)
Auch bekannt als
Celexa, Cipramil, Seropram

What is it?

Citalopram ist ein SSRI-Antidepressivum, das 1998 von der FDA zugelassen und als Celexa (USA) und Cipramil (Europa/UK) vermarktet wird, mit weit verbreiteten autorisierten Generika. Es handelt sich um das racemische Gemisch zweier spiegelbildlicher Enantiomere, von denen das S-Enantiomer (Escitalopram, Lexapro) später isoliert und als potenter Nachfolger vermarktet wurde. Trotz der kommerziellen Dominanz von Escitalopram wird Citalopram aufgrund langjähriger Vertrautheit, niedriger Kosten und eines gut charakterisierten Sicherheitsprofils weiterhin häufig verschrieben.

Wirkmechanismus

Citalopram hemmt selektiv den Serotonin-Wiederaufnahme-Transporter und erhöht die synaptische Verfügbarkeit von Serotonin bei begrenzter Affinität zu Noradrenalin-Transportern oder anderen Rezeptoren. Diese Kombination aus Selektivität und sauberem Off-Target-Profil bedingt weniger Arzneimittelinteraktionen als bei älteren Antidepressiva und ein vergleichsweise mildes Nebenwirkungsprofil. Die therapeutische Wirkung entwickelt sich über 4–6 Wochen. Citalopram ist unter den SSRIs am selektivsten für SERT gegenüber dem Noradrenalin-Transporter.

Pharmacokinetics

Citalopram wird oral gut resorbiert, mit einer Plasmaspitze nach 4 Stunden. Die terminale Halbwertszeit beträgt etwa 35 Stunden und unterstützt eine einmal tägliche Dosierung. Der hepatische Metabolismus erfolgt über CYP3A4, CYP2C19 und CYP2D6 – Citalopram ist kein starker Hemmer dieser Enzyme, weshalb weniger Wechselwirkungen auftreten als bei Fluoxetin oder Paroxetin. CYP2C19-Polymorphismen beeinflussen die Clearance; Langsammetabolisierer erreichen bei Standarddosen höhere Spiegel; das FDA-Dosislimit von 2011 (40 mg/Tag; 20 mg/Tag bei Langsammetabolisierern und über 60 Jahren) trägt dem Rechnung.

Indications

Citalopram ist für die Major Depression zugelassen. Off-Label wird es häufig bei generalisierter Angststörung, Panikstörung, sozialer Phobie, posttraumatischer Belastungsstörung, Zwangsstörung und prämenstrueller dysphorischer Störung eingesetzt. Laut aktuellen Depressions-Leitlinien ist Citalopram zusammen mit Sertralin und Escitalopram einer der SSRIs der ersten Wahl, wobei die Auswahl von Patientenfaktoren und Erfahrung des verschreibenden Arztes abhängt.

Safety profile

Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, sexuelle Funktionsstörungen, Schlafstörungen und vermehrtes Schwitzen. Das spezifischste Klassenrisiko bei Citalopram ist die dosisabhängige QT-Verlängerung: Eine FDA-Sicherheitsbewertung 2011 begrenzte die Maximaldosis auf 40 mg täglich (20 mg täglich bei Erwachsenen über 60 Jahren und CYP2C19-Langsammetabolisierern). Die gleichzeitige Anwendung mit anderen QT-verlängernden Substanzen erfordert Vorsicht. Das Absetzsyndrom ist im Vergleich zu Paroxetin aufgrund der relativ langen Halbwertszeit mild ausgeprägt.

Arzneimittel mit diesem Wirkstoff

Häufig gestellte Fragen

Ist Citalopram oder Escitalopram besser?

Escitalopram ist das aktive S-Enantiomer von Citalopram und auf Milligrammbasis etwa doppelt so potent (10 mg Escitalopram ≈ 20 mg Citalopram). Einige Studien deuten auf eine etwas bessere Wirksamkeit und Verträglichkeit von Escitalopram hin, der Unterschied ist jedoch gering. Laut aktuellen Depressions-Leitlinien sind beide Erstlinienoptionen; die Wahl hängt von Kosten, Vertrautheit des verschreibenden Arztes und Patientenansprache ab.

Warum ist die Citalopram-Dosis auf 40 mg begrenzt?

Eine FDA-Sicherheitsbewertung 2011 fand eine dosisabhängige QT-Verlängerung bei höheren Dosen, insbesondere über 40 mg/Tag. Die empfohlene Maximaldosis wurde auf 40 mg/Tag reduziert (20 mg/Tag bei Erwachsenen über 60 Jahren und CYP2C19-Langsammetabolisierern). Laut Fachinformation bringen Dosen über dieser Grenze keinen zusätzlichen Nutzen, erhöhen aber das Arrhythmierisiko.

Hat Citalopram viele Wechselwirkungen?

Citalopram weist weniger Arzneimittelinteraktionen auf als Fluoxetin oder Paroxetin, da es ein schwächerer Hemmer von CYP2D6 und CYP3A4 ist. Wichtige Interaktionen betreffen andere QT-verlängernde Substanzen, MAO-Hemmer, Linezolid und Triptane (Risiko eines Serotoninsyndroms). Laut Fachinformation gehört Citalopram zu den sichereren SSRIs bei Patienten unter Polypharmazie.

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