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Loop diuretic

Torasemid

Torasemid ist ein langwirksames Schleifendiuretikum, eingesetzt bei Herzinsuffizienz und Ödemen sowie in niedrigeren Dosen bei Hypertonie. Es weist eine zuverlässigere orale Resorption als Furosemid und eine längere Wirkdauer auf, was die Anwendung bei chronischer Herzinsuffizienz begünstigt.

Summenformel
C16H20N4O3S
CAS-Nummer
56211-40-6
ATC-Code
C03CA04
Molekulargewicht
348.42 g/mol
Wirkstoffklasse
Loop diuretic
Auch bekannt als
Demadex, Soaanz, Torem

What is it?

Torasemid ist ein 1993 von der FDA zugelassenes Schleifendiuretikum, vermarktet als Demadex (Hoechst Marion Roussel, jetzt Sanofi) und Soaanz, mit weit verbreiteten zugelassenen Generika. Es gehört neben Furosemid und Bumetanid zu den drei häufig verwendeten Schleifendiuretika. Torasemid hat eine vorhersehbarere orale Bioverfügbarkeit und eine längere Wirkdauer als Furosemid, weshalb einige Leitlinien zur Herzinsuffizienz es bei chronischer kongestiver Herzinsuffizienz gegenüber Furosemid bevorzugen.

Wirkmechanismus

Torasemid blockiert den Na-K-2Cl-Kotransporter im dicken aufsteigenden Schenkel der Henle-Schleife und führt so zu einer ausgeprägten Natriurese und Diurese. Im Gegensatz zu Thiaziden behalten Schleifendiuretika ihre Wirksamkeit auch bei Niereninsuffizienz. Torasemid besitzt zudem eine schwache Aldosteron-antagonistische Aktivität, die bei äquipotenten Dosen zu einem geringeren Kaliumverlust gegenüber Furosemid beitragen kann. Die diuretische Wirkung tritt innerhalb einer Stunde nach oraler Anwendung ein.

Pharmacokinetics

Torasemid wird nach oraler Anwendung gut mit einer konstanten Bioverfügbarkeit von 80–90 % resorbiert (gegenüber 50–60 % und hoher Variabilität bei Furosemid). Wirkungseintritt der Diurese innerhalb 1 Stunde, maximale Wirkung nach 1–2 Stunden, Wirkdauer 6–8 Stunden – deutlich länger als Furosemid. Die terminale Halbwertszeit beträgt 3,5 Stunden und unterstützt eine einmal tägliche Dosierung. Der hepatische Metabolismus überwiegt, etwa 20 % werden unverändert renal ausgeschieden.

Indications

Torasemid ist zugelassen für Ödeme bei Herzinsuffizienz, Leberzirrhose oder chronischer Nierenerkrankung sowie in niedrigen Dosen für Hypertonie. Laut aktuellen Leitlinien zur Herzinsuffizienz kann Torasemid wegen seiner zuverlässigeren Resorption und der Ergebnisse der TRANSFORM-HF-Studie gegenüber Furosemid bei chronischer Herzinsuffizienz bevorzugt werden, wobei diese Studie keinen klaren Mortalitätsvorteil zeigte. Das Dosisverhältnis Torasemid:Furosemid beträgt etwa 1:2–4.

Safety profile

Häufige Nebenwirkungen sind Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypomagnesiämie, Dehydratation, Hyperurikämie, Hyperglykämie, Ototoxizität (selten, dosisabhängig) und orthostatische Hypotonie. Eine Sulfonamid-Allergie ist eine relative Gegenanzeige. Gleichzeitig eingenommene NSAR vermindern die diuretische Wirksamkeit. Serumkalium, Natrium, Magnesium, Nierenfunktion und Harnsäure müssen regelmäßig kontrolliert werden. Insbesondere bei Therapiebeginn bei älteren Patienten sollte der orthostatische Blutdruck überprüft werden.

Arzneimittel mit diesem Wirkstoff

Häufig gestellte Fragen

Ist Torasemid bei Herzinsuffizienz besser als Furosemid?

Torasemid hat eine zuverlässigere orale Resorption (Bioverfügbarkeit 80–90 % vs. 50–60 % und variabel bei Furosemid) und eine längere Wirkdauer. Die TRANSFORM-HF-Studie ergab keinen klaren Unterschied in der Mortalität zwischen beiden Wirkstoffen bei hospitalisierten Patienten mit Herzinsuffizienz. Laut aktuellen Leitlinien zur Herzinsuffizienz kann Torasemid bevorzugt werden, wenn die Furosemid-Resorption unzuverlässig ist oder eine stabile Diurese erforderlich ist.

Welche Laborkontrollen sind unter Torasemid erforderlich?

Serumkalium, Natrium, Magnesium, Nierenfunktion und Harnsäure werden zu Beginn, 1–2 Wochen nach Therapiebeginn oder Dosiserhöhung sowie anschließend regelmäßig kontrolliert. Hypokaliämie und Hypomagnesiämie sind häufig und können eine orale Substitution, eine Kombination mit ACE-Hemmern oder kaliumsparenden Diuretika erfordern. Auch Glukose, Blutfette und Gewicht werden insbesondere bei Herzinsuffizienz überwacht.

Wie schneidet Torasemid bei Hypertonie im Vergleich zu Thiaziddiuretika ab?

In niedrigen Dosen (5–10 mg täglich) ist Torasemid mit Thiaziden zur Blutdruckkontrolle vergleichbar, mit potenziell besserer Wirksamkeit bei eingeschränkter Nierenfunktion. Thiazide werden jedoch aufgrund umfangreicher Endpunktdaten und niedrigerer Kosten in der Erstlinientherapie der unkomplizierten Hypertonie bevorzugt. Laut aktuellen Leitlinien ist Torasemid besonders nützlich, wenn gleichzeitig eine Herzinsuffizienz oder eine deutliche Volumenüberladung vorliegt.

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