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Thiazide diuretic

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid ist ein Thiaziddiuretikum, das umfassend als Erstlinientherapie bei Hypertonie und als Zusatztherapie bei Ödemen eingesetzt wird. Es steht auf der WHO-Liste unentbehrlicher Arzneimittel und ist in niedriger Dosis (12,5–25 mg) als Mono- oder Kombitherapie erhältlich.

Summenformel
C7H8ClN3O4S2
CAS-Nummer
58-93-5
ATC-Code
C03AA03
Molekulargewicht
297.74 g/mol
Wirkstoffklasse
Thiazide diuretic
Auch bekannt als
HCTZ, Microzide, HydroDiuril

What is it?

Hydrochlorothiazid (HCT) ist eines der ältesten und am häufigsten verschriebenen Thiaziddiuretika und seit 1959 im klinischen Einsatz. Es steht auf der WHO-Liste unentbehrlicher Arzneimittel und ist aufgrund niedriger Kosten, oraler einmal täglicher Dosierung und langer Sicherheitsbilanz in vielen Ländern das am häufigsten verwendete Antihypertensivum. Es ist als Monotherapie (Microzide, HydroDiuril) und in zahlreichen fixen Kombinationen mit ACE-Hemmern, ARB, Betablockern und kaliumsparenden Diuretika erhältlich.

Wirkmechanismus

Hydrochlorothiazid hemmt den Natrium-Chlorid-Symporter im distalen gewundenen Tubulus der Niere, reduziert die Natriumrückresorption und bewirkt eine moderate Diurese. Die blutdrucksenkende Wirkung entwickelt sich über 1–2 Wochen und bleibt unter fortgesetzter Behandlung sowohl durch diuretische als auch direkt vasodilatierende Mechanismen erhalten. Die diuretische Wirkung ist im Vergleich zu Schleifendiuretika wie Furosemid moderat.

Pharmacokinetics

Hydrochlorothiazid wird nach oraler Gabe gut resorbiert, mit einer Bioverfügbarkeit von 60–80 %. Der Eintritt der Diurese erfolgt innerhalb von 2 Stunden, der maximale Effekt nach 4–6 Stunden, die Wirkdauer beträgt etwa 12 Stunden. Die terminale Halbwertszeit liegt bei 6–15 Stunden, was eine einmal tägliche Gabe unterstützt. Der Wirkstoff wird nicht wesentlich metabolisiert und unverändert renal ausgeschieden, wodurch die Nierenfunktion ein Schlüsselfaktor für die Wirkung ist.

Indications

Hydrochlorothiazid ist zugelassen für arterielle Hypertonie (allein oder in Kombination), Ödeme bei Herzinsuffizienz, Leberzirrhose oder nephrotischem Syndrom sowie bestimmte renale Erkrankungen. In der Regel gilt es bei älteren Erwachsenen und Patienten afrikanischer Abstammung als Erstlinientherapie, häufig in Kombination mit einem ACE-Hemmer oder ARB. Laut aktuellen Hypertonie-Leitlinien werden niedrige Dosen (12,5–25 mg) gegenüber der älteren 50-mg-Dosis bevorzugt, da sie das metabolische Profil schonen und den Großteil des Blutdrucknutzens beibehalten.

Safety profile

Häufige Nebenwirkungen sind Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hyperurikämie (mit Gichtanfällen), Hyperglykämie, Dyslipidämie und orthostatische Hypotonie. Die meisten sind dosisabhängig und werden durch niedrige Dosen (12,5–25 mg) minimiert. Eine Sulfonamidallergie ist eine relative Kontraindikation, wenngleich eine echte Kreuzreaktivität mit Sulfonamid-Antibiotika selten ist. Serumkalium, -natrium, -glukose und -harnsäure sind regelmäßig zu überwachen.

Arzneimittel mit diesem Wirkstoff

Häufig gestellte Fragen

Warum ist Hydrochlorothiazid Erstlinientherapie bei Hypertonie?

Jahrzehnte der Evidenz zeigen eine relevante Blutdrucksenkung und reduzierte kardiovaskuläre Ereignisse unter HCT. Es ist kostengünstig, bei niedrigen Dosen gut verträglich und lässt sich gut mit ACE-Hemmern und ARB kombinieren. Laut aktuellen Leitlinien gehört es zusammen mit ACE-Hemmern, ARB und Calciumkanalblockern zu den vier Erstlinienklassen bei der Hypertonie des Erwachsenen.

Welche Laborkontrollen sind unter Hydrochlorothiazid erforderlich?

Serumkalium, Natrium, Glukose, Harnsäure und Nierenfunktion werden zu Beginn und danach regelmäßig überprüft — typischerweise 1–2 Monate nach Beginn und anschließend jährlich. Hypokaliämie ist die häufigste Auffälligkeit; eine kaliumreiche Ernährung, kaliumsparende Diuretika oder die Kombination mit einem ACE-Hemmer reichen meist zur Steuerung ohne Substitution aus.

Kann ich Hydrochlorothiazid bei Gicht einnehmen?

Hydrochlorothiazid erhöht die Serumharnsäure und kann Gichtanfälle auslösen. Bei Patienten mit Gichtanamnese kann der verschreibende Arzt niedrigere HCT-Dosen, alternative Antihypertensiva einsetzen oder Allopurinol zur Harnsäurekontrolle hinzufügen. Laut aktuellen Leitlinien ist Gicht keine absolute Kontraindikation, erfordert jedoch eine individuelle Beurteilung.

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