Bumetanid
Bumetanid ist ein potentes Schleifendiuretikum bei Herzinsuffizienz, therapieresistenten Ödemen und Hypertonie. Es ist gewichtsbezogen etwa 40-mal potenter als Furosemid und weist eine zuverlässigere orale Resorption auf, was den Einsatz unterstützt, wenn Furosemid unwirksam ist.
- Summenformel
- C15H20N2O5S
- CAS-Nummer
- 28395-03-1
- ATC-Code
- C03CA02
- Molekulargewicht
- 364.42 g/mol
- Wirkstoffklasse
- Loop diuretic
- Auch bekannt als
- Bumex, Burinex
What is it?
Bumetanid ist ein 1983 von der FDA zugelassenes Schleifendiuretikum, das als Bumex (USA) und Burinex (Europa) vermarktet wird, mit weit verbreiteten zugelassenen Generika. Es zählt neben Furosemid und Torasemid zu den drei häufig eingesetzten Schleifendiuretika. Bumetanid besitzt eine vorhersagbarere orale Bioverfügbarkeit als Furosemid und ist gewichtsbezogen etwa 40-mal potenter, was es nützlich macht, wenn Patienten mit Herzinsuffizienz oder chronischer Nierenerkrankung schlecht auf Furosemid ansprechen.
Wirkmechanismus
Bumetanid hemmt den Na-K-2Cl-Cotransporter im dicken aufsteigenden Schenkel der Henle-Schleife und führt zu potenter Natriurese und Diurese. Im Gegensatz zu Thiaziden behalten Schleifendiuretika ihre Wirksamkeit bei eingeschränkter Nierenfunktion und sind daher bei reduzierter GFR die Diuretika-Klasse der Wahl. Die diuretische Wirkung tritt 30–60 Minuten nach oraler Gabe ein.
Pharmacokinetics
Bumetanid wird nach oraler Gabe rasch und konstant resorbiert, mit einer Bioverfügbarkeit von 80–95 % (im Vergleich zu 50–60 % und hoher Variabilität bei Furosemid). Der Diurese-Beginn liegt bei 30–60 Minuten, der Wirkungspeak bei 1–2 Stunden und die Wirkdauer bei 4–6 Stunden. Die terminale Halbwertszeit beträgt 1–1,5 Stunden – die kürzeste der drei Schleifendiuretika. Die hepatische Metabolisierung überwiegt, etwa 65 % werden unverändert renal ausgeschieden.
Indications
Bumetanid ist zugelassen für Ödeme bei Herzinsuffizienz, Leberzirrhose oder chronischer Nierenerkrankung sowie für refraktäre Ödeme, die auf andere Diuretika nicht ansprechen. Laut aktuellen Leitlinien zur Herzinsuffizienz ist Bumetanid eine sinnvolle Alternative, wenn die Furosemid-Resorption variabel ist oder eine Diuretika-Resistenz vorliegt. Das Dosisverhältnis Bumetanid:Furosemid beträgt etwa 1:40, sodass 1 mg Bumetanid etwa 40 mg Furosemid entspricht.
Safety profile
Häufige Nebenwirkungen sind Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypomagnesiämie, Dehydratation, Hyperurikämie, Hyperglykämie, Ototoxizität (selten, dosisabhängig) und orthostatische Hypotonie. Eine Sulfonamid-Allergie ist eine relative Kontraindikation. Gleichzeitig eingenommene NSAR vermindern die diuretische Wirksamkeit. Serum-Kalium, -Natrium, -Magnesium, Nierenfunktion und Harnsäure sollten regelmäßig kontrolliert werden. Die kürzere Wirkdauer im Vergleich zu Torasemid führt zu schärferen diuretischen Spitzen, ein gleichmäßiger Flüssigkeitshaushalt über 24 Stunden erfordert bei manchen Patienten eine geteilte Dosierung.
Arzneimittel mit diesem Wirkstoff
Häufig gestellte Fragen
Ist Bumetanid besser als Furosemid bei Herzinsuffizienz? ▾
Bumetanid hat eine zuverlässigere orale Resorption (Bioverfügbarkeit 80–95 % vs. 50–60 % bei Furosemid) und ist gewichtsbezogen etwa 40-mal potenter. Es ist nützlich, wenn die Furosemid-Resorption variabel oder die Patienten diuretika-resistent sind. Laut aktuellen Leitlinien zur Herzinsuffizienz ist Bumetanid eine sinnvolle Alternative zu Furosemid, wenn Resorptionsprobleme das Therapieversagen bedingen.
Welche Laborkontrollen sind unter Bumetanid erforderlich? ▾
Serum-Kalium, -Natrium, -Magnesium, Nierenfunktion und Harnsäure werden zu Beginn, 1–2 Wochen nach Therapiestart oder Dosiserhöhung sowie anschließend regelmäßig überprüft. Hypokaliämie und Hypomagnesiämie sind häufig und können eine orale Substitution, eine Kombination mit ACE-Hemmern oder kaliumsparenden Diuretika erfordern. Auch Glukose und Gewicht werden überwacht, insbesondere bei Herzinsuffizienz.
Wie unterscheidet sich Bumetanid von Torasemid? ▾
Beide sind Schleifendiuretika mit zuverlässigerer Resorption als Furosemid. Torasemid hat eine längere Wirkdauer (6–8 Stunden) und unterstützt mit einmal täglicher Gabe einen stabilen Flüssigkeitshaushalt. Bumetanid hat eine kürzere Wirkdauer (4–6 Stunden) und kann eine schärfere Natriurese erzeugen, erfordert aber für ein stabiles Gleichgewicht teils eine geteilte Dosierung. In der aktuellen Praxis hängt die Wahl vom gewünschten diuretischen Profil und der Vertrautheit des Verschreibers ab.
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