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HMG-CoA reductase inhibitor (statin)

Atorvastatin

Atorvastatin ist ein hochpotentes Statin, das bei Erwachsenen zur primären und sekundären Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen eingesetzt wird. Es hemmt die HMG-CoA-Reduktase, senkt das LDL-Cholesterin und vermindert das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse.

Summenformel
C33H35FN2O5
CAS-Nummer
134523-00-5
ATC-Code
C10AA05
Molekulargewicht
558.65 g/mol
Wirkstoffklasse
HMG-CoA reductase inhibitor (statin)
Auch bekannt als
CI-981, Atorvastatina

What is it?

Atorvastatin ist ein synthetischer HMG-CoA-Reduktase-Hemmer, der 1996 in den Vereinigten Staaten zugelassen wurde. Es ist als orale Tabletten in mehreren Stärken verfügbar und gehört zu den am häufigsten verschriebenen Lipidsenkern. Atorvastatin wird ausschließlich auf Verschreibung abgegeben und steht auf der WHO-Liste unentbehrlicher Arzneimittel. In höheren Dosierungen wird der Wirkstoff als hochintensives Statin eingestuft, das LDL-Cholesterin um etwa 50 % oder mehr senken kann.

Wirkmechanismus

Atorvastatin hemmt kompetitiv die HMG-CoA-Reduktase, das geschwindigkeitsbestimmende Enzym der hepatischen Cholesterinsynthese. Die verminderte intrazelluläre Cholesterinkonzentration führt zu einer Hochregulation der LDL-Rezeptoren auf der Hepatozytenoberfläche und steigert die Clearance des zirkulierenden LDL. Der Wirkstoff hat zudem pleiotrope Effekte auf Endothelfunktion, Entzündung und Plaquestabilität. Klinisch resultiert daraus eine LDL-Senkung von etwa 30 % bis 60 % je nach Dosis und eine entsprechende Reduktion schwerer kardiovaskulärer Ereignisse.

Pharmacokinetics

Atorvastatin wird nach oraler Gabe rasch resorbiert; maximale Plasmakonzentrationen werden nach ein bis zwei Stunden erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt etwa 14 % aufgrund einer ausgeprägten First-Pass-Aufnahme und -Metabolisierung in der Leber, vorwiegend über CYP3A4. Die Plasmaproteinbindung übersteigt 98 %. Die terminale Halbwertszeit der Muttersubstanz beträgt etwa 14 Stunden, aktive Metaboliten verlängern die effektive Halbwertszeit. Die Ausscheidung erfolgt überwiegend biliär. Starke CYP3A4-Inhibitoren und Grapefruitsaft erhöhen die Exposition deutlich.

Indications

Atorvastatin ist bei Erwachsenen zur Behandlung der primären Hypercholesterinämie und der gemischten Dyslipidämie, zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten mit erhöhtem Risiko sowie zur Sekundärprävention nach akutem Koronarsyndrom, Schlaganfall oder Revaskularisation zugelassen. Zugelassen ist es auch bei Jugendlichen ab 10 Jahren mit familiärer Hypercholesterinämie unter fachärztlicher Aufsicht. Laut klinischen Leitlinien richtet sich die Dosiswahl nach dem Ausgangsrisiko und dem LDL-Zielwert.

Safety profile

Häufige Nebenwirkungen sind Myalgien, gastrointestinale Beschwerden und leichte Erhöhungen der Leberenzyme. Schwere Muskelschäden, einschließlich Rhabdomyolyse, sind selten, können aber lebensbedrohlich sein, insbesondere in Kombination mit starken CYP3A4-Inhibitoren, Fibraten oder bei Niereninsuffizienz. Unter Statintherapie wurden Neuerkrankungen an Diabetes berichtet. Laut Fachinformation sollten Patienten unerklärliche Muskelschmerzen, Schwäche oder dunklen Urin melden, und vor Therapiebeginn ist die Leberfunktion zu überprüfen.

Arzneimittel mit diesem Wirkstoff

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheidet sich Atorvastatin von Rosuvastatin?

Beide sind hochpotente Statine, unterscheiden sich aber pharmakokinetisch. Rosuvastatin ist hydrophiler, hat eine längere Halbwertszeit von etwa 19 Stunden und wird überwiegend unverändert ausgeschieden, während Atorvastatin lipophiler ist und ausgeprägt über CYP3A4 metabolisiert wird. Bei vergleichbarer LDL-Senkung unterscheiden sich die Dosisbereiche. Die Wahl zwischen beiden trifft der verschreibende Arzt anhand des individuellen Ansprechens, der Wechselwirkungen, der Nierenfunktion und der ethnischen Zugehörigkeit.

Sollte Atorvastatin morgens oder abends eingenommen werden?

Atorvastatin kann zu jeder Tageszeit mit oder ohne Nahrung eingenommen werden, da seine lange effektive Halbwertszeit eine anhaltende Hemmung der Cholesterinsynthese über den 24-Stunden-Zyklus gewährleistet. Dies steht im Gegensatz zu kurz wirksamen Statinen wie Simvastatin, die meist abends eingenommen werden. Laut Fachinformation ist die Konstanz wichtiger als der Zeitpunkt – die tägliche Einnahme zur gleichen Uhrzeit verbessert die Therapietreue.

Sind statinbedingte Muskelschmerzen schwerwiegend?

Die meisten statinbedingten Muskelschmerzen sind harmlos und nach Absetzen reversibel, seltene Fälle einer schweren Rhabdomyolyse können jedoch lebensbedrohlich sein. Risikofaktoren sind hohe Dosen, Kombination mit starken CYP3A4-Inhibitoren oder Fibraten, höheres Alter, weibliches Geschlecht, niedriger BMI und Niereninsuffizienz. Laut Fachinformation sollten unerklärliche Muskelschmerzen, Schwäche oder dunkler Urin umgehend dem verschreibenden Arzt zur Abklärung gemeldet werden.

Warum sollte Grapefruitsaft mit Atorvastatin gemieden werden?

Grapefruitsaft hemmt CYP3A4, das Hauptenzym des Atorvastatin-Stoffwechsels. Regelmäßiger Konsum kann die Plasmakonzentrationen und das Risiko von Nebenwirkungen einschließlich Myopathie deutlich erhöhen. Laut Fachinformation ist während der Atorvastatin-Therapie auf größere oder regelmäßige Mengen Grapefruitsaft zu verzichten, und jede geplante Ernährungsumstellung sollte mit dem verschreibenden Arzt besprochen werden.

Was sind die wichtigsten Gegenanzeigen für Atorvastatin?

Atorvastatin ist kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei aktiver Lebererkrankung oder unerklärter persistierender Erhöhung der Serumtransaminasen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit. Vorsicht ist geboten bei Niereninsuffizienz, gleichzeitiger Anwendung starker CYP3A4-Inhibitoren und bei Patienten mit hohem Myopathierisiko. Laut Fachinformation muss die Krankengeschichte vor jeder Verschreibung durch einen Arzt überprüft werden.

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